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Mark Whitacre (Matt Damon) arbeitet für den Konzern ADM. Als die Produktion eines Tages einbricht beauftragt ihn sein Boss mit der Lösung des Problems. 

Whitacre hat jedoch keine Ahnung, was das Problem ist und wie er es lösen soll. Um Zeit zu gewinnen erfindet er eine haarsträubende Story über japanische Konkurrenten, die die Produktion mittels eines in die Firma eingeschleusten Maulwurfs sabotieren.

Seine Chefs schalten daraufhin das FBI ein, was Mark noch mehr unter Druck setzt. Bevor seine Lüge auffliegen kann, erzählt er dem FBI, dass seine Firma in illegale Preisabsprachen verwickelt ist und stellt sich als Informant zur Verfügung.

Da dies ein wirklich großes Ding zu sein scheint, lässt sich das FBI darauf ein. Whitacre wird Immunität zugesichert und beginnt Informationen zu sammeln. Als dabei nichts verwertbares herauskommt, versucht sich Mark zwar herauszuwinden, gesteht sogar seine Lügen, wird vom FBI aber nicht ernstgenommen und stattdessen noch tiefer in seine Informanten-Tätigkeit gepresst. 

Um zu den vom FBI geforderten Ergebnissen zu kommen hilft Mark nun oftmals tatkräftig nach und nach drei Jahren liegen endlich genug Beweise vor um vor Gericht zu ziehen. Dummerweise ist Mark alles andere als ein glaubwürdiger Informant und hat zudem noch so manche Leiche im Keller versteckt.... 

"Der Informant" basiert auf dem im Jahre 2000 erschienenen Buch von Kurt Eichenwald, dass die Geschichte des echten Mark Whitacre zum Thema hatte. Offenbar inspirierte diese Lektüre Steven Soderbergh derart, dass daraus nun der vorliegende Film entstand. 

Obwohl mir die Geschichte und das Buch leider nicht bekannt sind, vermute ich mal, dass Drehbuchautor Scott Z. Burns sich hier auch einige Freiheiten in Bezug auf die zugrunde liegende wahre Geschichte genommen hat.... 

Hier liegt nämlich kein Wirtschaftskrimi vor, sondern eine tiefschwarze Komödie, bei der einem das Lachen manchmal im Halse stecken bleibt, wenn man sich des noch immer aktuellen Realitätsbezugs bewusst ist. 

Whitacre wird hier als ein mit allen Wassern gewaschener, feiger, ränkeschmiedender, trotzdem nicht allzu intelligenter und in seiner eigenen abgehobenen Welt lebender, total  verquerer Charakter präsentiert.
Diesen bei seinen hirnverbrannten Aktionen zu beobachten ist höchstamüsant, vor allem im Zusammenspiel mit seiner Umgebung wie z.B. die FBI-Agenten, die ohne wenn und aber auf die "Preis-Absprache-Story" einsteigen, erst später von einem Vorgesetzten nach Mark`s Beweggründen gefragt werden und dabei feststellen, dass sie eigentlich keine Antwort darauf parat haben, aber trotzdem weitermachen. Szenen wie diese gibt es in diesem Film jede Menge und dabei werden sowohl Whitacre als auch die ihn umgebenden Figuren in einer Art und Weise entlarvt, die über die Spielzeit von ca. 108 Minuten gut zu unterhalten weiß. 

Das wirklich gelungene Drehbuch von Autor Burns wäre letztlich nicht das Papier wert, auf dem es geschrieben steht, ohne einen passenden Darsteller für die Hauptfigur und eine Regie, die das Geschriebene adäquat umzusetzen weiß. 

An dieser Stelle kommen Matt Damon und Steven Soderbergh ins Boot. Beide haben schon diverse Male zusammengearbeitet und treffen hier erneut zusammen, was auch kein Fehler ist, denn die Chemie zwischen Regisseur und Darsteller scheint zu stimmen. 

Damon spielt Whitacre absolut überzeugend, obwohl man manchmal fast meint es mit einer Comic-Figur zu tun zu haben. Whitacre ist hier kein tiefsinniger Planer und Stratege, sondern mehr ein von sich selbst überaus eingenommener Charakter, der intellektuell kaum über seinen Tellerrand zu sehen vermag. 

Nachdem uns Steven Soderbergh zuletzt mit seinem eher etwas schwergängigen Che-Guevara-Projekt beglückte, gelingt im hier der Turn zur leichtfüssig inszenierten, aber beissenden und überzeugenden Satire problemlos. Vor allem, wenn man bedenkt, dass "leichtfüssig" hier nicht bedeutet, der Film wäre trotz seiner Unterhaltsamkeit oberflächlich. Bei weitem nicht, denn hier wird mittels des wahren Mark Whitacre, der inzwischen wieder dick im Business ist, aufgezeigt, was auch hierzulande Fakt ist. 

Fazit: Sehenswerter, unterhaltsamer, witziger, aber auch nachdenklich machender Streifen, der absolut nichts für die "Transformers"-, "Twilight"- oder auch "Harry Potter"- Kinogänger-Fraktion ist!

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