Review

Für einen „Nu Image“ - Film ist „Crocodile II“ gar nicht mal so schlecht.
Einigermaßen flott und direkt wird erzählt, keine unnötigen Liebesszenen, keine Debatte um Gefühle, - Hau ruck die Waschfrau geht es voran und alle paar Minuten darf ein Monsterkroko zum Happern auftauchen.

Geschickt werden Längen umgangen, indem man den Tierhorror für die erste halbe Stunde komplett außen vor lässt und mit einem ordentlichen Bankraub einsteigt.
Nach einer kleinen Ballerei tauchen vier der Gesetzesbrecher an Bord einer Maschine nach Acapulco wieder auf, als Band getarnt und die Beute in Instrumentenkoffer verstaut…
Im Ferienparadies wartet bereits Zach auf seine Freundin, die während dieses Fluges als Stewardess fraggelt, also schon mal zwei der allenfalls letzten Opfer des Krokos.

Dummerweise zieht ein Unwetter auf und die Maschine soll umkehren, die Gangster sind dagegen, erheben ihre an Bord geschmuggelten Pistolen (Drehjahr 2001, aber mit Sicherheit vor dem 11. September) und schon stürzt das Teil in den Sumpf von Nirgendwo.
Siehe da, die kurz vorgestellten Personen haben den Absturz überlebt und natürlich auch drei der Gangster, denn die Gefahr darf ja nicht allein von einem Sumpfmutanten ausgehen…
Das erste Auftauchen des CGI-Amphibiums kommt immerhin ohne Vorankündigung und bringt sogar kurzes Zerkauen des Opfers mit sich.

Derweil hat Freundchen Zach vom Absturz der Maschine gehört und sucht an der Bar einen Fährtenleser. Prompt befindet sich hier Roland, der sich betrinkt und einer Senorita auf den Pöter haut, sprich, Martin Kove in der gleichen Rolle seit etwa fünf Jahren.
Diese beiden stoßen später auch zum Haufen der Überlebenden, welche natürlich nach und nach verspeist werden.

Vom Bankraub über einen Flugzeugabsturz bishin zum Sumpftrip werden bewährte Zutaten solide präsentiert.
Natürlich finden sich, bis eben auf Martin Kove, keine bekannten Gesichter und mehr als ausreichend muss ihre darstellerische Leistung auch nicht sein.
Dafür kann sich das Krokodil sehen lassen, obgleich die Computereffekte tatsächlich überzeugender sind, als die modellierten Körperteile, vor allem die roten Klüsen des Krokos passen nicht und die Schuppen wirken etwas holzig.
Dafür darf es ein paar Mal ordentlich zulangen, manchmal sogar recht überraschend und für ein paar kurze, blutige Einstellungen sorgen.

Ansonsten ist es ein typischer B-Tierhorror, der auch nur Freunden eines solchen zusagen dürfte. Überraschungsarm im Verlauf, Klischees bis zum Abwinken (vom notgeilen Gangster bis zum Passagier Anwalt, der gleich nach dem Absturz mit rechtlichen Schritten droht) und Logiklöcher, die scheinbar das Riesenkrokodil verbrochen hat, denn nach Überlebenden wird nach einem Absturz nicht gesucht und ein wachhabender Gangster lässt sich bereits durch zwei Pinnecken Schnaps still legen.

Aber unterhalten wird der genügsame Freund des Riesenkrokodils trotzdem, denn es wird flüssig und ohne Umschweife erzählt und bietet neben ein paar kurzen Fressszenen auch annähernd spannende Momente, denn Protagonisten sollten sich bei einem Film dieser Art nun mal nicht im Wasser aufhalten und dem Reptil nach der Flucht aus dem Sumpf auch keine Schadenfreude präsentieren…
…doch ja, nettes Späßchen.
6 von 10 Punkten

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