"Hallo, ich bin Jack's Prostata. Wenn Jack Krebs kriegt, bringe ich ihn um."
Nach der ersten Minute die erste Erleuchtung. Ich dachte David Fincher kann den Vorspann von Sieben nicht mehr toppen. Ich habe mich geirrt. Nach der ersten Stunde, die Erkenntniss. Ich dachte Edward Norton kann seine Leistung aus American History X nicht mehr toppen. Ich habe mich geirrt. Nach 1 1/2 Stunden das Einsehen. Ich dachte Brad Pitt kann seine Leistung aus Sieben nicht mehr toppen. Ich habe mich geirrt. Nach dem Film der leere Blick. Ich dachte David Fincher kann Sieben an sich nicht mehr toppen. Ich habe mich geirrt, schon wieder.
Fight Club ist ein Phenomen. Mit welchen Ewartungen geht man in so einen Film? Ich dachte mir, es erwartet mich ein Psychodrama. Ohhh wie falsch. Fight Club hat kein Genre, Fight Club ist ein Genre. Ich kann es nicht deuten oder erklären, aber der Streifen fesselt unglaublich. Von der ersten bis zur letzten Sekunde.
Vorspann. Unglaubliche Kamera, man klebt förmlich am Bildschirm. Ein gutes Lied, wobei das beim Abspann nicht zu übertreffen ist. Doch trotzdem ist man sehr gespannt auf den Rest des Films.
Schauspieler. Edward Norton, den ich seit Zwielicht und American History X vergöttere, macht hier klar das er der wohl beste Schauspieler seiner Generation ist. Er belgeitet uns als Ich-Erzähler und Hauptfigur des Films. Seine sonore Stimme hört man immer wieder gern. In den Szenen ist er das Sorgenkind des Publikums. Man fiebert mit diesem fertigen Kerl mit. Eine Klasse Leistung.
Brad Pitt, der in Sleepers und Sieben begeisterte, markiert hier den Macker des Films. Er kommt ja so richtig erst nach ca. einer Stunde in den Film, dreht dann aber um so mehr auf. Er ist dieser irre Vogel, ein Seifenverkäufer. Mit seiner Lebensart, seinen coolen Sprüchen und der obergeilen roten Lederjacke, kann man ihn eigentlich nur lieben. Doch davon abgesehen, zeigt Brad Pitt hier einfach die beste Leistung seiner Karriere. Unumstritten.
"Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun."
Drehbuch. Eines der besten Drehbücher aller Zeiten. Es besticht durch die unglaublichen Dialoge, Sprüche, Kameraeinstellungen und Szenenschnitte. Es gab den Schauspielern alles, was sie brauchten um den Zuschauer zu begeistern. Mein Tipp: Das Buch "Fight Club".
"Selbstverbesserung ist Masturbation."
Das Ende. Unvergesslich. Der unglaublich tiefsitzende Haken, der am Ende des Films geschlagen wird, macht einen kaputt. Aber im positiven. Dieses leere Gefühl im Magen nach den letzten Szenen ist geil.
Der Abspann. Ok, anschnallen. Wer im Kino nach den letzten Augenblicken gehen will, soll seinen haarigen Arsch auf dem Sessel lassen, denn es folgt der beste Abspann den ich je gesehen habe. Unterstützt von "Where Is My Mind" von den Pixies, ist das ein Tripp der einfach nur fetzt. Der Zuschauer sitzt mit großen Augen und offenem Mund da und überdenkt nochmal alles. Das einprägsame Riff nimmt einen noch Stunden danach mit, genau wie das Gefühl, das man dabei hatte als man es sah.
Nach Fight Club ist alles anders. Nichts ist so wie früher. Bei vielen änderte sich sogar die Einstellung zum Leben. Allerdings... darf man diesen Film wirklich ruhig ernst nehmen, denn er sagt die Wahrheit.