Ein gelangweilter Büroangestellter (Edward Norton) bricht mithilfe eines exzentrischen Seifenverkäufers (Brad Pitt) aus seinem Alltagstrott aus: Nach einer gemeinsamen Schlägerei gründen die beiden den „Fight Club“, eine streng geheime Organisation, in der Männer in brutalen Keilereien körperliche Grenzerfahrungen sammeln können. Es entstehen immer neue Ableger des Clubs, bis der Geheimbund sich verselbständigt und zur nationalen Untergrundbewegung auswächst…
David Fincher gestaltet seine Variation des Jekyll-und-Hyde-Themas lose entlang gesellschaftlicher Gegenwartsbeobachtungen, die Reizüberflutung, emotionale Defizite und sinnliche Armut mit einer männlichen Rollenkrise in Verbindung bringen wollen. Eine besserwisserische Erzählstimme begleitet den Zuschauer durch mit ästhetischem Schnickschnack aufgemotzte Impressionen aus Routine, Konsum und Ausstieg, deren Erkenntnistiefe sich in der äußerst begrenzten Reichweite läppischer Videoclips erschöpft. Dass am Ende der Akt der Selbstverletzung, der ursprünglich die dunkle Seite des Protagonisten erst aufgebaut und gestärkt hat, plötzlich als Gegenwaffe taugt, ist ein ebenso unlogischer wie lustloser Winkelzug, mit dem Fincher erfolgreich die letzten seriösen Spurenelemente des halbstarken Getues zersetzt.