David Fincher (Alien 3, The Game) hat mit Fight Club einen Film geschaffen, wie es keinen anderen bisher gab. Er zeigt die männliche Gesellschaft von einer völlig neuen Seite. Menschen, die aus reiner Lust sich bekämpfen und sich wund hauen, um hinterher sich errettet zu fühlen aus der Konsumgesellschaft in der sie leben müssen. Das Kämpfen im Fight Club ist eine Art Flucht vor Realität. Ein Zufluchtsort, eine Selbsthilfegruppe für Männer (fabelhafter Vergleich mit Edward Nortons Besuch bei Selbsthilfegruppen, ohne zu ahnen, dass er bald die beste aller Selbsthilfegruppen gründen wird, den Fight Club). Die Schauspieler machen ihren Job allesamt sehr gut und vor allem die Nebendarsteller zeigen ihre Entwicklung vom Konsument, der Perfektion erreichen will durch jede Menge Konsum, zum Soldat des Projekt Chaos, wo er dafür kämpft, dass alle Menschen aufhören durch ihren Konsum Perfektion erreichen zu wollen und begreifen, dass man im Grunde nur sich braucht um glücklich zu sein. Eine Gesellschaftskritik mit harten Kampfszenen (wie die Leute sich gegenseitig verprügeln ist so gewalttätig, dass der Zuschauer schon anfangen muss darüber zu grübeln, ob der Hass der Leute dem Konsum gegenüber schon so hoch ist, dass er seinen Gegner fast schon umbringt). Das Kämpfen dient dazu, den Hass des Strebens nach Perfektion, an seinem Gegenüber auszulassen. Dies wird darum nicht gerade verharmlost dargestellt, sondern es geht knallhart zur Sache. Brad Pitt spielt den scheinbar bewunderten Tyler Durden einfach perfekt und Edward Norton als namenloser Gehilfe ist ebenfalls sehr gut. Helena Bonham Carter spielt die abgefuckte kleine Kettenraucherin sehr gut und überzeugt. Spannend wird der Film zum Schluß allerdings sehr. Edward Norton als Vertreter der Konsumgesellschaft kämpft gegen Brad Pitt, dem Vertreter der Befreierpartei. Wer hier gewinnt, will ich an dieser Stelle lieber nicht sagen, da es sonst blöd wäre sich diesen Film anzusehen. Die Auflösung des Rätsels kommt überraschend und schockt sehr. Wie es wäre in einer konsumfreien Welt zu leben kann sich so recht kein Mensch vorstellen, deswegen wir dies hier auch nicht verraten. Der Film birgt sehr viele Genren in sich (Action, Krimi, Komödie [die Kinoszene ist echt zum Ablachen], Mystery und.. und... und...). Ein Film, der zum Nachdenken über das Konsumieren anregt und durch aber nur stellenweise Witz, Action und Mystery unterhält. Der bisher beste Film von David Fincher. 10/10 Punkte.