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Weil Jack (Edward Norton) unter Schlafstörungen, einem belanglosen Büroalltag, der Gleichgültigkeit und Gefühllosigkeit kränkelt, besucht er etliche Selbsthilfegruppen und lernt dort Robert 'Bob' Paulson (Meat Loaf) und Marla Singer (Helena Bonham Carter) kennen, um wieder etwas Herz zu ergreifen. Als Jack seine Wohnung durch eine heftige Explosion in Schutt und Asche vorfindet, fragt er den Seifenverkäufer Tyler Durden (Brad Pitt), ob er für gewisse Tage bei ihm wohnen könne, den er auf einer Geschäftsreise Bekanntschaft gemacht hat. Tyler willigt ein, verlangt jedoch als Wiedergutmachung eine Rauferei mit Jack. Es entsteht die Idee des „Fight Clubs“, in dem sich gewöhnliche Menschen gegenseitig prügeln, dabei aber gewisse Prinzipien Beachtung schenken müssen:

„1. Du sollst nicht über den Fight Club reden.“
„2. Du sollst nicht über den Fight Club reden.“
„3. Wenn jemand „Stopp“ sagt oder schwächelt, ist der Kampf vorbei.“
„4. Es dürfen immer nur zwei Männer kämpfen.“
„5. Ein Kampf nach dem anderen...“
„6. Kein Hemd, keine Schuhe.“
„7. Die Kämpfe dauern so lange wie sie dauern müssen…“
„8. Wenn heute deine erste Nacht im Fight Club ist, dann musst Du kämpfen.“

Die Zahl der Mitglieder vergrößert sich rasch und Tyler beauftragt diese, seine Weltanschauungen zu verwirklichen. Was mit kleinen Vergnügtheiten anfängt, artet zu einem zyklopischeren Bombenattentat aus. Doch bevor die Sprengladungen hochgehen, fasst Jack auf, dass Tyler nur eine Person seiner Imagination ist und dass in der Gewissheit alle Aktivitäten des Fight Clubs von ihm manipuliert wurden.

Action-Psycho-Thriller „Fight Club“ gehört zu den erfolgreichsten Filmen der neunziger Jahre, möglicherweise der brillanteste. David Fincher („Se7en“, „The Game“) brachte eine „Uhrwerk Orange“ der 1990er fürs neue Zeitmaß hervor, nur besser, größer, opportuner. Dieses komplexe Meisterwerk ist eine beträchtlich differenzierte wie ebenso eine dramatische Vision von der gewalttätigen Insurrektion der Mediokrität. Vorgeführt wird der Kapitalismus als sadomasochistisches Krankheitsbild. Inszeniert wird die Angstlust, die zur Selbstzerstörung führt.

Es gibt zwei Lebensbereiche, die der sozialen Gewohnheiten und die der Emotionen und Wünsche. Jack versinnbildlicht einen Menschen, der sein ganzes Vorhandensein auf die geselligen Pflichten eingegliedert hat. Seine Träume und Gefühle stehen hinten an. Seine Beschwerlichkeiten ergeben sich möglicherweise aus diesem Zustand.

Fight Club soll einem über sein Lebensgefühl anregen und einem seinen Standpunkt in der Gesellschaft erwägen. „Ist mein Leben, so wie es gerade ist, so wie ich es mir wünsche?“

Fettige Zehn Punkte für Tyler Durden, Marla Singer, Tyler Durden, Durden, Übermut, Projekt Chaos, Robert Paulson, Seife...

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