Review

Was für ein Film!

David Fincher, nebenbei noch für Streifen wie "Sieben" oder "Panic room" verantwortlich, hat mit "Fight club" etwas Hervorragendes geschaffen. Die Story kommt nicht von ihm, die basiert nämlich auf einem Roman von Chuck Palahniuk. Der Roman ist relativ genau übernommen worden, ein paar Differenzen gibt es jedoch. Beispielsweise lernt Jack seinen Kumpel Tyler Durden (Brad Pitt) im Roman nicht im Flugzeug kennen, sondern am Strand. Aber es handelt sich nur um Kleinigkeiten.

Der Film hatte mit großen Problemen zu kämpfen: Die aggressive Botschaft des Films, die unter anderem den Konsum an sich in Frage stellt, wurde scharf kritisiert. Dies ging soweit, dass Rossie O’Donnell in ihrer Fernsehshow bereits das Ende des Films verriet. Im Kino war der Film sogar ein Flop. Es wurden nicht einmal die Gesamtkosten gedeckt. (inklusive Werbung so 80-90 Millionen Dollar) Erst durch den wachsenden DVD-Markt machte sich das Drehen dieses Films bezahlt. Seine Popularität stieg mit der Zeit und mittlerweile sind viele der Meinung, es handele sich um einen der besten Filme aller Zeiten. Auch ich denke so.

Es wird die Geschichte von Jack (Edward Norton) erzählt. Eigentlich handelt es sich um einen namenlosen Erzähler. Man kann nur erahnen, dass er Jack heißt, weil er immer wieder in Anlehnung an einen Artikel aus einer Zeitschrift die "Jack-Ichform" verwendet. Er arbeitet bei einer Autofirma und verachtet diesen Job, Statistiken werden über Menschenleben gestellt. Dabei leidet er unter schlimmer Schlaflosigkeit, die seine Wahrnehmung verzerrt. Durch den Besuch von Selbsthilfegruppen schafft er es, seine Emotionen auszudrücken und so seine Schlaflosigkeit zu besiegen. Leider tritt daraufhin Marla (Helena Bonham Carter) in sein Leben, die nur aus Spaß diese Gruppen besucht. Das macht ihn fertig und erneut ergreift ihn Schlaflosigkeit. Bald lernt er auf einer Geschäftsreise Tyler Durden kennen, einen Seifenverkäufer, der sein Leben völlig umkrempelt. Jacks Wohnung verbrennt und er findet Unterschlupf bei Tyler, der ihn dann nach seinem Bild formt. Antimaterialismus wird nicht zu knapp gepredigt, eine Reise zum Nullpunkt beginnt, denn "Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun." (Tyler Durden) Jack kann sich mit den Ansichten voll und ganz identifizieren, er gründet mit Tyler den "Fight Club", der hunderten Menschen die Möglichkeit gibt, sich durch Gewalt – und ob man einen Kampf gewinnt, spielt keine Rolle – besser zu fühlen, dem Leben einen Sinn zu geben. Bald gerät jedoch alles außer Kontrolle, der Fight Club wird zu "Project Mayhem", das völlige Chaos wird zum Ziel. Jack merkt, dass er sich urplötzlich nicht mehr mit den Ausmaßen von Tylers Plänen anfreunden kann. Ein Kampf gegen das "Project Mayhem" beginnt, in welchem Jack in die Tiefen seiner Seele vordringen muss...

Für meinen Geschmack können wir hier Brad Pitt in seiner besten Rolle bewundern. Er ist durchtrainiert, sauhart, smart, ein richtiger Mann, durch und durch. Und essen muss er wie üblich auch vor der Kamera. Offenbar sieht dabei niemand so sexy aus wie er. Die Rolle als druchgeknallter Rebell erfüllt er genial und ich liebe ihn dafür. Auch Edward Norton gefiel mir hervorragend, nur in "American History X" hat er mir noch besser gefallen. Das Beste an dem Film ist wohl die düster-dreckige Stimmung, die er aufbaut. Spannend und aufwühlend von Anfang bis Ende, ist Fight Club mit Sicherheit einer der Meilensteine der Filmgeschichte.

SPOILER

Achtet übrigens mal drauf, wenn ihr den Film schon kennt: Es gibt immer wieder – neben den offensichtlichen – kleine Hinweise auf die Enthüllung gegen Ende. Beispielsweise zahlt Jack nur eine Karte, als er mit Tyler in den Bus steigt. Oder er befindet plötzlich nach dem Autounfall auf der Fahrerseite. Verrückt!

SPOILER ENDE

Fazit: Fight club ist einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. Seine Platzierungen auf diversen Filmdatenbanken in den vorderen Bereichen möchte ich mit aller Macht unterstreichen. Spannung bis zum Schluss, hervorragende Darsteller, Brad Pitt in seiner besten Rolle (meine Meinung), düstere Atmosphäre, guter Soundtrack von den Dust-Brothers. Ich weiß nichts auszusetzen. 10 Punkte, ich kann nicht anders. Ein Filmerlebnis der Extraklasse. Euer

Don

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