Geniales Verwirrspiel von David Fincher (Se7en), in dem er einen der unvorhehrsehbarsten Plottwists der Filmgeschichte abliefert.
"You are not the contents of your wallet. You are not the car you drive. YOU ARE NOT YOURE FUCKING KHAKIS!"
"Fight Club", was ein (Männer) Film! Edward Norton als narkotischer Spiesser, der von Brad Pitt mal richtig durchgeprügelt und wachgerüttelt wird. Norton spielt brilliant, ebenso wie Pitt - die beiden ergänzen sich prächtig. Die Inszenierung ist ebenfalls gelungen. Fincher, welcher bereits in "Se7en" mit Pitt gearbeitet hat, liefert einen düster-verstörenden Film ab, wie man es nicht anders erwartet hätte. Dazu noch die abgefahrene Elektromukke der Dust-Brothers und fertig ist ein Film, der nicht nur vor Poetik strotzt, auch Botschaften will er vermitteln. "Fight Club" will zeigen, dass man nichts von dem ganzen materiellen Scheißzeug braucht, dass man erst, wenn man alles verloren hat, die Freiheit bekommt, zu tun, was man will.
"It's only after we've lost everything that we're free to do anything."
Bemerkenswert ist auch, dass Edward Nortons Part, Ähnlichkeiten zu seiner Rolle aus "Zwielicht" aufweist, allerdings nur in ein paar Punkten (übrigens wird nie Nortons richtiger Name erwähnt, er ist lediglich als Erzähler bekannt). Pitt verkörpert hier genau das Machoarschloch, dass keine Frau von ihm sehen will, aber alle Männer lieben: Er ist hart, extrem frauenverachtend und dürfte für das weibliche Geschlecht nur durch sein Aussehen von Interesse sein. Auch sonst ist "Fight Club" nichts für die Frau, dass belegen einige Versuche meinerseits: Selbst in den "widerlichsten" Szenen zeigt sich noch eine extrem kranke Art von Humor (Beispiel: Brad Pitt überzeugt Lou, dass sie doch im Keller bleiben dürfen :-)). So etwas ist wohl zu undurchsichtig für Frauen, die nur die Gewalt sehen.
"People are always asking me if I know Tyler Durden"
Abschließend möchte ich mich bei David Fincher bedanken, der hat zwar keinen schönen Film gemacht, aber wenigstens einen ehrlichen, voller tiefsinniger Botschaften und einem gut durchtachtem Ende ohne irgendwelche Ungereimtheiten. Nur Frauen sollten um "Fight Club" einen großen Bogen machen, denn die werden hier bitter enttäuscht von ihrem Traummann Pitt.
"You're the all-singing, all-dancing crap of the world."