„Fight Club“ ist meiner Meinung nach einer der besten Filme die es gibt. Selten wurde einem die Realität so schonungslos vor Augen führt, das einem schon fast schwindelig wird.
Der Namenlose Erzähler Edward Norton ist ein gestresster Kleinbürger, der die Schnauze gestrichen voll hat und aus psychischen Gründen in einer Selbsthilfe-Gruppe aktiv ist. Dieses kleine Scheiß-Leben ändert sich plötzlich, als er den charismatischen Seifenverkäufer Tyler Durden (Brad Pitt) im Flieger kennenlernt. Er ist auf anhieb begeistert von diesem selbstsicheren und visionären Mann. Als er zu Hause ankommt und seine Wohnung in die Luft geflogen vorfindet, weiß er wirklich nicht mehr weiter. Als er dann erneut auf Tyler trifft, nimmt er sein ungewöhnliches Angebot an, bei ihm zu wohnen. Nach einer Sauftour fordert Tyler auf ihn zu schlagen. Anfangs zögerlich, raufen sich die beiden Männer auf dem Parkplatz. In diesem „Sport“ finden Beide tiefe Befridiegung und sehen diese Art Kampf als ausgleich zum Alltag, in dem sie ihre Aggressionen abbauen können. Aus dieser Idee entsteht der „Fight Club“ in dem sich nun gestresste und genervte Männer treffen, um nach dem Kampf gestärkt in den Alltag ziehen zu können. Immer mehr Mitglieder kommen zur geheimen Organisation, dem Fight Club. Niemand spricht darüber, aber jeder kennt ihn.
Als das ganze ausser Kontrolle zu geraten scheint, will der Namenlose aussteigen. Doch so einfach macht es ihm Tyler nicht. Es kommt zur erschreckenden Wahrheit...
Allein schon der Anfangs-Score von Fight Club ist der Hammer! Wir sehen eine Kamerafahrt durch den Mikrokosmos eines Gehirns, welche durch eine irregeile Mucke unterlegt wurde.
Die beiden Hauptdarsteller Brad Pitt und Edward Norton überzeugen auf ganzer Linie, besonders die Rolle des abgedrehten Tyler Durden passt unglaublich zu Brad Pitt. In dieser Rolle beweist der Hollywood-Beau wie eh und je, das er auch anders kann. In Fight Club zerstört er sein Saubermann-Image, als Pornobilder in Kinderfilme Schneidender Tyler, der bei seinen Gelegenheitsjobs in Restaurants auch mal das Essen mit allen möglichen Körperflüssigkeiten schmackhafter macht. Auch präsentiert sich der Frauenschwarm hier ungewohnt knallhart durchtrainiert, welches die Rolle des Tyler Durdens noch authoritärer rüberbringt. Edward Norton beweist in „Fight Club“ einmal mehr, dass er eigentlich für jede Rolle geeignet ist. Auch er findet sich zurecht in seiner Rolle, ebenfalls idealbesetzung.
Ich muss zugeben, dass ich von Fight Club eher eine Art puren Schlägerfilm erwartet habe, ohne Sinn und Verstand. Doch ich wurde eines besseren belehrt. „Fight Club“ ist im ersten Sinne eine bitterböse und knallhart reale Satire auf unsere schöne Welt. Wer weiss, vielleicht empfindet der Ein oder Andere auch so wie der Namenlose Erzähler, der endlich aus dem kargen Trott des Alltags herausbrechen will und auch irgendwo eine Droge sucht, die ihn wieder stark macht.
Auch das Ende von „Fight Club“ ist ein psychisches Verwirrspiel, es wird noch einmal alles in Frage gestellt und der Erzähler wird von Zweifeln geplagt; ist es richtig was wir tun? Die Situation gerät unaufhaltsam ausser Kontrolle. Über das Finale will ich nun wirklich nicht zu viel verraten, es ist wirklich der Hammer.
Um dem ganzen Film noch eine gute Portion Realität mitzugeben, wird der Vorgang im geheimen Fight Club mit einigen blutigen und harten Schlägereien untermalt, die dem Film noch das I-Tüpfelchen an Gemeinheit geben.
Um zum Schluss zu kommen, „Fight Club“ ist ein Film, den man sich nüchtern und mit Verstand reinziehen sollte. Keine Werk das mir bisher bekannt war, ist so ehrlich wie „Fight Club“. Ein knallhartes Spiegelbild auf unsere konsumgeile Gesellschaft.
Höchstnote meinserseits für David Finchers Meisterwerk
10/10 Punkten