Für mich ist Fight Club zunächst ein politischer/soziologischer Film welcher mehrere Krankheiten der modernen Zivilisation anspricht: die immer umfassendere Ökonomisierung aller Lebensbereiche, das identitätsstiftende Lifestyleleben, die Sucht nach Gewalt und Kicks, der verschleiernde Klassenkampf etc. Edward Nortons Charakter ist quasi nur noch ein Produkt dieser Tendenzen, er wird so skizziert dass er nichts eigenes mehr besitzt und als (scheinbar) einzige Tätigkeit nur noch auf diese Tendenzen reagiert. Brad Pitt spielt quasi...Brad Pitt, alles wollen sein wie Pitt, alle wollen sein Aussehen, sein Geld und seine Macht, welche eíne große Freiheit zu verbergen scheint.
Warum meine ich dass Fight Club nun ein politischer Film ist?
Neben den oben genannten Tendenzen spricht für mich persöhnlich die Tatsache dafür, dass der Film grösstenteils 2 Reaktionen auslöste: entweder stimmte man mit den Inhalten überein oder man lehnte den Film ab, WEIL man meiner Meinung nach keinen Bezug zu den Inhalten hatte, und dies äusserten in meinem Bekanntenkreis doch die absolut unpolitischen/unkritischen Leute.
Warum ist Fight Club nun ein besonderer Film, da es doch viele politisch-kritische Filme gibt? Ich glaube dass hierzu die Entstehungsumstände des Films gehöhren: ein Film der auch die Unterhaltungsindustrie kritisert entspringt nun eben dieser Unterhaltungsindustrie, einem mächtigen und reichen Hollywoodstudio. Mit von der Partie sind zwei absolute Hollywoodstars und ein Regisseur, welcher eher auf einem High-Budget Level agiert.
Kurzum, wenn ein politisch-kritischer Film aus Hollywood kommt, dann sieht er wohl aus wie dieser, mit Blockbustercharakter und sehr radikalen Ansichten, sprich Hollywood muss es in seinen kritischen Filmen ebenfalls knallen lassen!
Natürlich muss man auf die geniale Romanvorlage hinweisen, welche zwar nur bedingt im Film umgesetzt wird. Für mich jedenfalls einer der wichtigsten Filme der letzten Jahre.