Review

MEGASPOILER INSIDE


Es gibt Filme die werden entweder geliebt oder gehasst. Zu solch polarisierenden Werken gehört ganz sicher auch Fight Club. Ich persönlich gehöre zu den Menschen die diesen Streifen einfach nur klasse finden.

Die Story ist relativ schnell erklärt:
Ein Mann (er heißt nicht Jack) leidet an Schlaflosigkeit und der totalen Leere in seinem Leben. Er rennt von Selbsthilfegruppe zu Selbsthilfegruppe, allerdings nur „just for fun“. Als diese bei ihm nichts mehr bewirken, da ein weiterer „Elendstourist“ erscheint lernt er im Flugzeug Tyler Durden kennen. Tyler ist totaler Anarchist und wird dafür vom Hauptdarsteller bewundert.
Zusammen gründen sie Undergroud-Boxclubs. Doch nach und nach fängt Tyler an sich mit den Mitgliedern der Clubs eine Armee aufzubauen.

Ich ging damals ins Kino und erwartete einen Film der so in Richtung Road House geht, doch weit gefehlt.
Bereits in Minute 1 wird gezeigt, dass dieser Film anders ist als alles andere das Hollywood in den 90ern hervorbrachte.

Die von Edward Norton nahezu perfekt gespielte Hauptfigur verliert seine Individualität in der Welt in der Ikea, Hilfiger, Starbucks usw. den „normal Sterblichen“ vorschreiben wollen wie sie leben, auszusehen und zu denken haben. Als er das bemerkt schafft er sich seinen imaginären Freund Tyler, der genau das auslebt, was er möchte aber nicht kann.

Mit beißendem und teilweise schon fast schmerzlichem Zynismus wird hier gezeigt wie leer manche Leben sind und wie oberflächlich, abgestumpft und gefühllos wir sind. Es muss doch wirklich weit gekommen sein, wenn man sich nur noch lebendig fühlt wenn man verkloppt wird, oder?

Fast jede Szene beinhaltet mal mehr, mal weniger drastische Gesellschaftskritik. In der Autoszene wird z.B. drastisch (aber wohl leider nur leicht übertrieben) gezeigt das Menschen heutzutage oft nur auf Zahlen und Buchstaben reduziert werden, während der „Elendstourismus“ zeigt wie wir unser eigenes Leben bereichern wollen durch das Leid anderer. Ich könnte nun noch zig Zeilen mit solchen Szenen füllen, aber das erspare ich euch lieber.

Dafür geh ich mal lieber auf die Schauspielerei ein. Brad Pitt und Edward Norton sind in meinen Augen bereits vor diesem Film 2 der größten Talente in Hollywood gewesen, doch hier pushen sie sich gegenseitig zu Höchstleistungen. Ebenfalls positiv zu erwähnen ist Helena Bonham Carter, ebenfalls eine mehr als Verrückte spielt und dabei wirklich zu überzeugen weiss.

David Finchers Regiestil ist bekanntlich radikal, aber sehr stilvoll. Wieder liefert er dunkle und beeindruckende Bilder welche die „kranke“ Stimmung blendend unterstützt.

Fazit:
Fight Club ist der mutigste Film den Hollywood seit Ewigkeiten gemacht hat. Es ist ein wunder das dieser Film überhaupt produziert wurde.
In welches Genre man ihn packt bleibt jedem selbst überlassen. Ich ordne ihn unter „schwarze Komödie /Satire“ ein.
Dieser Film vereint Schauspielerei, Regie, Zynismus, Härte und Gesellschaftskritik auf allerhöchstem Niveau. Einfach einmalig dieser Film... Was soll man da noch zu sagen??
Betonfeste 10 von 10 Punkten

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