Angie macht ihrem Nachnamen alle Ehre:
Der Foto-Künstler J. C. Gale (Grieco) steht wegen seines ausschweifenden Sexuallebens vor Gericht: Bei Sexspielen hat er seine Partnerin Lisa (McKayla) zu Tode stranguliert, wegen fahrlässiger Tötung erhält er eine 5-jährige Bewährungstrafe. Die zugeknöpfte Bewährungshelferin Beth Spinella (Everhart) bittet ihren Chef um diesen Fall, da er sie persönlich betrifft: Sie und Lisa kannten sich aus einer Selbsthilfegruppe für mißbrauchte Kinder. Nun möchte Beth mehr über die Hintergründe von Lisas Tod erfahren. Doch J. C. fasziniert mit seiner animalischen Anziehungskraft so sehr, daß sie Beruf und Beziehung bereitwillig aufs Spiel setzt.
Willkommen zur x-ten Neuverfilmung eines ausgelutschten Themas: Attraktive, aber kühle Karrierefrau mit Mißbrauchsvergangenenheit und gehemmtem Sexleben trifft egozentrischen Machostecher mit Dauerständer, wirft bereitwillig ihre Karriere über Bord, um mit ihm ins Bett zu hüpfen, während Freunde/Verwandte/Kollegen um sie herum wie die Fliegen sterben. Angesichts des Körpereinsatzes der Protagonisten könnte man meinen, es handle sich um einen Porno, nur eben ohne Close-Ups, dafür aber mit einer bieder angedeuteten Lesbenszene, langweiliger Story und noch öderen Dialogen. Passenderweise haben die beiden Hradcorestarlets McKayla und Tina Tyler jeweils einen Gastauftritt und zeigen, was sie am Besten können.
Everharts Pegelstand an entfesselter Sexualität läßt sich dabei am Zustand ihrer Frisur ablesen: Zuerst streng zum Zopf gebunden, dann mit herabhängenden Strähnen, zum Ende dann eine mit viel Make-Up unterstützte Mähne.
Man darf es ihr nicht verübeln, Everhart ("9 1/2 Wochen in Paris ") gibt ihr Bestes, um der TV-Produktion etwas Sexappeal einzuhauchen, scheitert aber an Regisseur Angelos ("Forbidden Sins") direct-to-video Regie und Gegenpart Grieco ("Born To Run"). Letzterer hat seit "The Demolitionist" und "The Journey: Absolution" erwartungsgemäß nichts dazugelernt und agiert gewohnt hölzern, wobei er mit exzessivem Körpereinsatz versucht, sein Nichtskönnen zu kaschieren. Gekrönt wird seine Darbietung durch einen extrem dämlichen Gesichtausdruck beim Erschossenwerden.
Der restliche Supporting Cast ist nicht der Rede wert, die Figuren bleiben blaß und uninteressant. Für einmalige Belustigung sorgt höchtens Fry in seiner Rolle als Beths Freund Joe, wenn er angesichts ihrer Untreue zu heulen anfängt.
Empfohlen sei dieses alternative Playboy-Video lediglich den Fans des Rotschopfs, ausgiebigst zeigt das Ex-Model ihren durchaus wohlgeformten Körper dem Zuschauer, der darüber sogar die Lorenzo-Lamas-Frisur von Grieco vergißt. Das Endergebnis dieser knapp 85 min. Körperschau ist für alle Beteiligten katastrophal.
Bedauerlich für Everhart, die Mitte der 1990er das Zeug zum rothaarigem Monica-Bellucci-Äquivalent gehabt hätte, wäre sie nicht in Genre-Produktionen ("Tales From The Crypt present Bordello Of Blood") unterfordert oder in biederen Box Office Sexrollen ("Jade") verheizt worden. Nun muß sie ihr Dasein mit Sci-Fi Schrott ("Bugs - Die Killerinsekten") und erotisch angehauchten B-Thrillern ("Bare Witness - Nackte Zeugin") im TV fristen. Sehr, sehr tragisch.