Der exzentrische Foto-Künstler J.C. Gale erdrosselt das Model Lisa bei einem Würge-Spielchen im Bett mit einem Seidenschal und wird dafür vor Gericht zu fünf Jahren auf Bewährung verurteilt. Die Bewährungshelferin Beth Spinella, eine Freundin der Verstorbenen, bemüht sich darauf hin aktiv um Gale als Klienten, damit sie ihn persönlich ans Messer liefern kann, falls er seine Auflagen verletzen oder sich herausstellen sollte, dass Lisas Tod - anders als er es immer noch beteuert - doch kein Unfall gewesen ist. Stattdessen dauert es nicht lange, bis Beth selbst auch der düsteren Ausstrahlung Gales erliegt... was ihr On/Off-Freund-mit-Vorzügen Joe West natürlich gar nicht gerne sieht. Kurz darauf dringt ein Unbekannter in Beths Wohnung ein und erhängt ihre Katze mit einem Schal und es kommt zu einigen Morden in ihrer näheren Umgebung. Ist Gale in Wahrheit etwa doch ein eiskalter Killer...? Die beiden Hauptdarsteller Angie Everhart und Richard Grieco haben sich den vorliegenden, verspäteten "Basic Instinct"-Nachzieher, der allerdings kaum dazu angetan gewesen sein dürfte, die rumdümpelnden Karrieren wieder anzukurbeln, höchstpersönlich selbst hinproduziert und können deshalb ergo auch niemand anderem als sich selbst die Schuld dafür zuschieben, dass sie hier in einem schalen Softporno von der Stange förmlich verheizt wurden. Als ziemlich schäbiges Direct-to-Video- bzw. Late-Nite-Kabel-TV-Erotik-Thrillerchen ist "Fesseln der Lust" demnach auch nur ein Relikt aus einer längst vergangenen Ära, auf die damals die aufkommende Internet-Pornografie verdient 'nen Deckel draufgemacht hat und nach der heutzutage wohl kein Hahn mehr kräht. Statt Spannungsmache zählt hier nur ein wenig Fleischbeschau und handlungsmäßig ist das alles ebenso abgegriffen wie die Inszenierung, die da voller Gestaltungs-Methoden der frühen 2000er steckt und in den verschnittenen Sex-Szenen mit nervigen Flash-Cuts daherkommt. So ist das Ganze dann sogar echt nochmal 'ne Spur schlimmer geworden, als Robert Angelos Shannon Tweed-Vehikel "Dead Sexy - Sexy, aber tot!" aus demselben Jahr, das sich im direkten Vergleich fast schon manierlich ausnimmt. Rob Spera, der Regisseur des allerersten "Witchcraft" von 1988, hatte hier übrigens offenbar auch irgendwie seine Finger drin, weiß der Geier, auf wessen Kappe die Blamage also geht und wer genau hier nun was runtergekurbelt hat. Wer von 'nem Plot sowas wie Logik erwartet, ist hier natürlich schief gewickelt, insbesondere hinsichtlich der Schluss-Pointe, welche es da irgendwie schafft, gleichzeitig antelegrafiert und aus dem Hut gezogen zu werden. Immerhin: Dank der ultra-heißen Everhart, die hier ausgiebig und ungedoubelt Matratzen-Akrobatik betreibt, mag der eine oder andere Betrachter die Chose dann eventuell doch nicht als völlige Zeitverschwendung empfinden. Trotzdem: Mehr Frust als Lust und gar nicht fesselnd!
2/10