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Für Joseph „Joe“ Lee [ Bobby Kim ] gibt es nur noch die Rache, er sass unschuldig 10 Jahre im Gefängnis, in der Zwischenzeit wurde sein Bruder samt Familie ermordet.

Das wars an Plot, das Drehbuch schreibt noch einiges drumherum, dass man allerdings eher als ausschweifende Lückenfüller beschreiben kann als als für die Story nötige Entwicklung. So etwas findet nämlich nicht statt, der Film steht sowieso ab der ersten Minute auf einem Fleck und verharrt da trotz Locationwechsel.
Denn abgesehen davon, dass die Handlung komplett vorhersehbar ist, macht sich als grösstes Manko bemerkbar, dass der Film nie eine Geschwindigkeit erreicht, sondern nur von Szene zu Szene schleicht. Jede Bewegung der Darsteller scheint extrem verzögert, als laute die Regieanweisung nur, dass Skript durch Langsamkeit zu strecken; Einstellungen erstarren fast im Standbild.

Der Ausgangspunkt und die Grundhaltung mag vielleicht an Bronson’s Death Wish Reihe erinnern, hat aber nicht einmal ansatzweise die Klasse selbst von deren schlechtesten Vertretern; so hundsmiserabel waren die auch nicht.
Die Werbung mit Bobby Kim als asiatischer Bronson bzw. „Knochenbrecher Bronson“ geht auch allein in Ordnung, weil der Darsteller wirklich so aussieht; dafür fehlt aber jegliches an Charisma und Präsenz, wäre aber auch verschwendet hier.
Damit stellt er sich in die Reihe der anderen No Name Darsteller, die einfach grausam sind, besonders Michael Parker als noch aktivstes Mitglied agiert sich in die Hölle.
Dieser spielt den örtlichen Kleinstadtsheriff, der bei der Ermordung von Lee’s Familie handlungsführend war und vor ihrer Erschiessung auch natürlich die pubertierende Tochter vergewaltigen musste. Als ihn sein ebenfalls anwesend gewesener Kumpel Paul [ Michael Ford ] informiert, dass Joe in der Stadt ist, verhaftet er ihn erstmal; als Anklage gilt natürlich eine Barrauferei, die auch so stattfand, aber in Notwehr.
Nachdem Joe erstmal eine Weile in die Mangel genommen und für eine Nacht ins Gefängnis gesteckt wurde, macht er sich zum Farmhaus auf, dem Ort des Verbrechens.
Die folgende rotfilternde Rückblende am Grab zeigt das Motiv der Kriminellen auf, vor 10 Jahren wurden 2 Millionen Dollar aus einer Mission gestohlen; Joe wurde der Tat bezichtigt, war aber nur der Sündenbock.
Das Thema Geld hat sich dann aber zwischenzeitlich auch schnell erledigt und ist bis zum Ende weg vom Tisch, Sheriff und Kumpel wollen das „Schlitzauge“ unter der Erde sehen. Dazu haben sie zwar eine Menge Gelegenheiten – dieser krabbelt ihn wortwörtlich auch mal direkt vor die Füsse -, aber sie stellen sich ständig zu dumm an. Irgendwann bekommen sie Hilfe aus der Großstadt, ein Martial Arts fähiger Priester ?! und dessen Schergen können und wollen nicht länger dem Debakel zusehen.

Dem Zuschauer geht’s mittlerweile aber auch so, eigentlich hat das Machwerk auch nur ein Wort verdient, und das würde nicht lobend ausfallen. Gestelzte Dialogszenen, die in einer Ewigkeit nichts aussagen und schwerlich zu unterbieten sind wechseln sich mit massig gefilmten Leerlauf ab; zudem treten viele Ungereimtheiten auf. Der Sheriff benimmt sich in seiner Stadt wie die Axt im Walde, klaut bei hellichten Tag Autos, prügelt Frauen durch die Bar und ballert mit seiner Mp durch die Gegend, wenn die nicht mal wieder klemmt.
Joe wird von Leuten erkannt, die gar nichts vom ihm wissen können, entweder vor 10 Jahren viel zu jung waren oder noch gar nicht geboren, und ihn zum ersten Mal sehen. Das Grösste ist aber, dass er sich nicht mal denken kann, warum die Leute was von ihm wollen und es die ganze Zeit erst hinnimmt. Sein propagierter Vergeltungsdrang tritt erst im letzten Viertel auf, vorher lässt er sich einsperren und foltern, wie ein Hase übern Acker jagen, einen Abhang hinunterwerfen und die „Freundin“ entführen; den Tod der Familie nicht zuvergessen, trotzdem hat er bis zum Showdown die Ruhe weg.

Wer jetzt davon ausgeht, dass die Action noch was rettet, schneidet sich. Zum einen passiert nicht sonderlich viel, zum anderen halten die Szenen den niederen Maßstab ein. Bei körperlichen Auseinandersetzungen wird meilenweit daneben geschlagen. Wenn überhaupt mal richtig ausgeholt wird; meistens wartet man auf die Fäuste des Gegners, hält quasi den Kopf hin. Die eine Verfolgungsjagd durch die Stadt ist nicht der Rede wert; ausser dass der Film dort mal unfreiwillig lustig wurde, weil ein Auto statt durchs Fenster an die Hauswand kracht.
Ansonsten ist das auch nicht als Trash zu werten, die meisten Szenen sind nicht lustig schlecht, sondern nur schlecht. Zudem wird bei den wenigen Gewaltszenen wirklich unpassend aufs Äußerste gegangen, so dass der Film noch zusätzlich abstossend wird.

Glückwunsch an die Brüder Kim, so ein Dreck produziert zu haben.

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