Dr. Parnassus (Christopher Plummer) und seine Wandergaukler ziehen durch London und bieten den Menschen Reisen in ihre Fantasiewelten feil. Doch im Zeitalter der Vernunft steht Fantasie nicht hoch im Kurs und die Kunden bleiben aus. Um sich aus einer alten Wette mit dem Teufel (Tom Waits) freizukaufen, muss Parnassus sein Geschäftsmodell überarbeiten und fünf Seelen in seine Schau locken…
Ein kunterbunter, lärmender, bemüht auf Abgefahrenheit gebürsteter Bilderbogen, der mit seinen protzigen (und plumpen) Illustrationen menschlicher Innenwelten genau das betreibt, was er zu beklagen vorgibt: den hemmungslosen Ausverkauf menschlicher Fantasie. Die unentbehrliche Rolle, die Einbildungskraft und Erzählkunst auch in modernen Zeiten noch spielen, steht für den Film von Vornherein fest und die folgende Reise dient nur dazu, den Andersdenkenden noch einmal ihren Irrtum vorzuhalten. Die vorgetäuschte Tiefgründigkeit entlarvt sich auch darin, dass die eingeweihten Gaukler die ungläubigen Skeptiker zwar immer wieder demonstrativ wegen ihrer Unwissenheit rügen, der Film selbst aber nur ahnungslos herumdruckst, wenn er nach dem tieferen Wesen der Fantasie gefragt wird. Eine reichlich selbstgefällige Effektorgie, die mit grellen Augenreizen blendet, statt mit einer geistreichen Geschichte zu fesseln.