Na endlich! Heath Ledgers groß erwarteter letzter Film! Oder ist es eher der neue Film von Regie-Genie Terry Gilliam?
Laut den Medien ersteres. Dem Endprodukt nach zu urteilen, letzteres, da Ledger doch eher nur Nebenfigur ist.
Mich würde interessieren, wieviel nach Ledgers Tod umgeschrieben wurde. Bei Gilliams ohnehin schon wahnsinnigen Filmen könnte man sich vorstellen, dass er außer dem wechselnden Antlitz Tonys (Ledger, Depp, Law + Farrell) nicht viel geändert hat, ausser vielleicht dialoglastige Anspielungen auf dieses.
Zur Story schreib ich nicht viel, da sie überall breitgetreten wird.
Die Story ist wirr, aber nicht untypisch für Gilliam.
Farbenfroh, schrill und oberflächlich werden uns die stereotypischen Fantasien der Durchschnittsmenschen präsentiert. Was negativ klingt, ist durchaus genial, da es für den einen oder anderen Lacher sorgen konnte.
Der Film prangert die Kommerzialisierung der Fantasy an ohne genau dieses zu tun, wobei man durch die Klischeehaftigkeit zu einem Irrglauben verleitet werden könnte.
In den Fantasiewelten findet man sogar einige Motive wieder, die ebenfalls bei Monty Python's auftauchten bzw. gepasst hätten, wie zB.:
kleine SPOILER:
ein Parnassus-Kopf als Heisluftballon, ein überdimensionaler Bobby-Kopf aus dem tuntige Polizisten heraus getanzt kommen(vergleiche Lumber Jack aus Flying Circus), der Körper einer älteren dickeren Dame (vergleiche Terry Jones in Flying Circus) deren Kopf fehlt in dem sich allerdings ein Steuerpult befindet. Und bestimmt noch das eine oder andere mehr, dass mir grad nicht einfällt.
Ledgers Rolle wirkt auf den ersten Blick austauschbar und banal, besonders auch, weil man nicht genauer auf seinen Hintergrund eingeht. Aber genaugenommen geht der Film auf gar keinen Handlungsstrang, ausser dem Hauptplott, genauer ein. Was vermutlich darauf hinweisen soll, dass Geschichten erzählen durchaus wichtig ist im Gegensatz zu dem, was uns Mr. Nick (Tom Waits) am Anfang der Geschichte weis machen will.
SPOILER
Dass Tony druchaus nicht banal ist zeigt folgendes: Er wird Parnassus vom Teufel direkt in die Hand gespielt, als erste Seele sozusagen, da nicht einmal dieser Interesse an diesem Subjekt zu haben scheint. Zunächst falsch gedeutet hilft Tony dem Imaginarium wieder auf die Beine, vermutlich ein kalkulierter Faktor des Teufels, damit es zu einer fairen Wette zwischen ihm und Parnassus kommen kann.
SPOILER-ENDE
Am Ende der Story wird auch klar, das Ledger gar nicht der Hauptcharakter des Ganzen sein kann, da der stetig wechselnde Fokus am Ende doch wieder voll und ganz auf Parnassus liegt.
FAZIT:
Auch wenn man nicht sagen kann, wie der Film mit Ledger zuendegegangen wäre, so ist er doch, so wie er ist, ein typischer Gilliam Film. Verwirrendund mehrere Dinge auf einmal erzählen wollend, aber dennoch gelungen bis ins Detail.