Eine Frau kommt in einem Sarg in einer Leichenhalle zu sich – komplett ohne Erinnerung: weiß nicht wie sie heißt und wie sie dort hingekommen ist. Plötzlich: ein böser Maskenmann, der das Messer schwingt. Dann husch, nix nie weg und bei einer Familie Unterschlupf gesucht. Doch der olle Messerjockel folgt unserer Protagonistin auf Schritt und Tritt und killt alles, was sich ihm in den Weg stellt…
LAID TO REST ist ein Low-Budget-Slasher, der – wäre die Story nicht so extrem dämlich und würden die Akteure nicht so über alle Maßen gehirnamputiert agieren – durchaus Potenzial gehabt hätte.
Der leicht schlaksige, glatzköpfige Killer trägt eine metallene, „Sido“-ähnliche Totenkopfmaske und filmt stets das Geschehen mit einer Digicam, die er mittels Spezialvorrichtung auf seiner Schulter befestigt trägt, ähnlich wie der Predator sein Laserzielvisier. Er verrichtet sein blutiges Werk so brutal und gore-lastig, als gäbe es kein morgen. Tiefe Kehlenschnitte mit Extra-Sprudel, klaffende Bauchdecken und halb abgesäbelte Köpfe – Splatter-technisch auf hohem Niveau, alles schön Latex und richtig böse fies. Würde mich wirklich sehr wundern, wenn es der uncut nach D-Land schafft. Wirklich viele solcher Szenen gibt es aber nicht, und die wenigen guten finden sich nur spärlich über den ganzen Film verstreut.
Zwischen dem Gore erstreckt sich dann ein Brachland voller storytechnischen Unvermögens und Sinnlücken in der Größe des San Andreas Graben. So unverblümt hohl geht es hier zu, dass es einem echt die Sprache verschlägt. Und was anfänglich noch ungewollt komisch erscheint, ist schnell gar nicht mehr lustig, sondern nervt und langweilt nur noch zu Tode. Ich meine, das gibt es einfach nicht, dass sich heutzutage in einer mittleren Kleinstadt kein einziges funktionierendes Telefon auftreiben lässt. Und wenn man schon im Besitz eines Autos ist, wieso fährt man dem Killer nicht einfach davon. Und überhaupt, wieso schaffen es fünf Leute nicht einen einzelnen Menschen zu überwältigen oder ihn unschädlich zu machen. Ich mein’, solang der keine Superkräfte hat… Und selbst wenn er einen von den Fünfen erwischt und absticht, könnte doch ein anderer ihm mit einem Baseballschläger… - Argh! Okay, lassen wir das! Aber ihr wisst, was ich meine, oder!?
Und dabei hätte das Filmchen doch tatsächlich ein paar (zumindest in Kennerkreisen) bekannte Gesichter beinhaltet, wie z.B. Kevin Gage (der „Waingro“ aus „Heat“), Busenwunder Bobbi Sue Luther und den für Nebenrollen prädestinierten Sean Whalen.
FX: (+)(+)(+)(+)(-)
Story: (+)(-)(-)(-)(-)
Fazit:
Splatter hui, Rest gähn, was bei einem Verhältnis von 1:20 leider keinen zweiten „High Tension“ bedeutet.