Wenn eine junge Frau die Möglichkeit hat, während ihrer Flucht Hilfe zu holen oder dem Killer im Nacken zu gehorchen, tut sie Letzteres. Wenn man ein Handy findet, hat dieses entweder kein Netz oder es ist mit einem Passwort gesichert, wenn dann doch mal ein Telefon funktioniert, kommen die alarmierten Cops wie immer zu spät und grundlegend fahren Leute auf dem Land mit fast leerem Tank durch die Gegend: Willkommen im Klischee-Sumpf des Slashers, bei dem „Laid to Rest“ kaum eine Ausnahme macht, jedoch mit ordentlichem Gore und einigen atmosphärischen Momenten punktet.
Rechnet man während des Vorspanns noch mit einem lupenreinen Folterfilm, soll sich dieser Eindruck bald ändern, als eine junge Frau aus einem Sarg entkommen kann, während ein mit einer Silbermaske vermummter Killer hinter ihr her ist.
Die Frau, welche sich nicht an ihren Namen, ihre Herkunft erinnern kann, kommt bei Tucker und seiner Frau unter, doch der Killer findet recht bald das Haus…
Von da an wechselt man recht häufig die Schauplätze, angefangen von der Leichenhalle bis zu einer Tankstelle, wo man sich final vor dem Killer verbarrikadieren muss.
Das Konzept ist indes nicht sonderlich originell: Zwei, drei Figuren liefern sich mit dem Maskierten ein Katz-und-Maus-Spiel mit den üblichen Versatzstücken wie Verstecken, Befreien, Gegenschlag und Weglaufen.
Da ist es durchaus hilfreich, den mageren Plot mit ein paar Sympathieträgern und einer guten Portion Blut anzureichern.
Ersteres gelingt jedoch nur teilweise, da Regisseur Robert Hall die Hauptrolle der namenlosen Frau mit seiner Ehefrau Bobbi Sue Luther besetzte, die außer auffällig großen Hupen (die man nicht entblößt sieht) keinerlei darstellerisches Talent mitbringt.
Besser finden zwei Nebenfiguren ins Geschehen, da der gehbehinderte Tucker das Herz am rechten Fleck trägt (raue Schale, weicher Kern) und sich mit dem Muttersöhnchen und Nerd Stephen im Verlauf noch eine Figur findet, die für kleine Schmunzler am Rande sorgt.
Der zweite positive Aspekt betrifft die Gewaltszenen, von denen durchaus ein paar derbe Dinger auszumachen sind. Robert Hall, der auf einige Erfahrung im FX-Bereich zurückgreifen kann, lässt sich allerlei fieses Zeug einfallen, angefangen von einem großen Messer von einer Wange zur anderen, diversen Kehlenschnitten, einen zerschossenen Schädel (Schrotflinte) und zerfetzten Leichen.
Dabei platziert er die Splatterszenen nie ausgedehnt, hält aber immer voll drauf wenn es zur Sache geht.
Ansonsten wird man vom Geschehen kaum überrascht. Ein paar Dialoge wirken reichlich konstruiert, einige Verhaltensweisen kaum nachvollziehbar und auch der Killer weiß im Endeffekt immer mehr, als es der logische Sachverstand an sich erlaubt.
Da man nicht allzu viel über den Tunichtgut erfährt, was durchaus von Vorteil ist, erscheint dieser mitunter ein wenig geheimnisvoll, zumal er kein Wort spricht, seine Taten mit geschulterter Handkamera festhält und über medizinisches Fachwissen verfügt, zumindest um sich selbst eine Kugel zu entfernen und die Wunde ordnungsgemäß zu nähen.
Wer weiß, ob ihm das am Ende was nützt, denn seine potentiellen Opfer erweisen sich in manchen Situationen nicht vollkommen benebelt.
Mit diesem Stück Slasher wird das Genre zwar keinesfalls revolutioniert und man fühlt sich auch nicht selten an eine Mischung aus „Das Böse“ und „High Tension“ erinnert, doch der Gesamteindruck ist ein solcher, der eingefleischten Fans des Genres durchaus als Empfehlung dient.
6,5 von 10