Vorweg - dieser Film wird zu unrecht völlig niedergemacht. Sicherlich ist er kein Meisterwerk, aber eine 3er oder 4er Bewertung hat er nicht verdient.
Ich hatte mir diesen Film gekauft, ohne mir vorher Kritiken oder auch nur eine Inhaltsangabe anzuschauen, da mir sämtliche Filme mit Cuba Gooding Jr. bislang durchaus zugesagt haben.
Anschließend laß ich hier bei OFDb die Reviews, war entsetzt und ärgerte mich. Meiner Frau wollte ich den Film schon gar nicht antun, also stand er ziemlich lange im Schrank. Irgendwann entschloss ich mich, das "Wagnis" einzugehen und gönnte mir einen Solo-Video-Abend.
Hier wird immer wieder auf die fehlende Handlung (das "Komplott") eingegangen und als besonders hervorstechender Kritikpunkt betont. Genau das ist aber meiner Ansicht nach die große Stärke des Films.
Ich bin kein Freund der neuzeitlichen hirnlosen Aktionfilme, in denen stets keine oder eine an den Haaren herbeigezogene Handlung vorzufinden ist. In "Way of War" wird das Komplott nur angedeutet - und das reicht auch völlig aus. Es ist eine Metapher, geistig zu substituierend durch jede denkbare Korruption, die in den geld- und machtgierigen Regierungskreisen nur vorstellbar ist. Lieber eine Andeutung, bei der der geneigte Zuschauer sagen kann, "klar, so Sachen gibt es garantiert" - und dabei frei in der Wahl seiner Imagination ist, als ein durchkonstruierter Schwachsinn.
Der Film hat wenige Aktion - und Kriegsszenen - und das ist auch gut so, denn die Gefechtsszenen sind sehr unrealistisch.
Auch die Zitate in den Dialogen wurden kritisiert. Kein Olymp der Drehbuchautoren, aber es gibt weitaus schlimmere Filmdialoge...
Damit bleibt ein durch wunderbar passend melancholische Musik untermaltes Portrait von Korruption, in welchem sowohl die Hintergründe als auch die Akteure austauschbar sind. Niemand gewinnt, alle verlieren.
Kein Meisterwerk, wie erwähnt - aber ich habe mir den Film am darauf folgenden Tag nochmals mit meiner Frau angesehen und sie bestätigte mein Urteil.
Um eine Klasse besser als "Shooter", der zwar mit besseren Bildern aufwarten kann, aber meiner Ansicht nach weniger Geist und eine hahnebüchende Story besitzt. Hauptaugenmerk liegt nicht auf Krieg, auch nicht auf Aktion - letztere ist eher Mittel zum Zweck, eine Regierung zu portraitieren, in welcher Ethik und Moral jedweden Stellenwert verloren haben. Das Ende ist überraschend und ein gutes Sinnbild für den Film insgesamt.
5/10 - Durchschnitt, aber mit interessanter neuer Perspektive.