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ACHTUNG ! SPOILER !

LA MANSION DE LA NIEBLA ist auf visueller Ebene stellenweise ein recht eindrucksvoller Film, doch seine volle Wirkung würde das Werk wohl nur auf einer großen Kinoleinwand entfalten. Der Debütfilm des spanischen Regisseurs und Produzenten Francisco Lara Polop entwickelt seine verschachtelte Story überwiegend bei Nacht und Nebel und in düsteren Räumlichkeiten. Auf dem TV-Bildschirm ist dabei für den Zuschauer häufig nicht viel zu erkennen, so dass es nicht ganz einfach ist, der sowieso schon völlig undurchsichtigen Geschichte zu folgen.

Auf dem Covertext der Videocassette von „Greenwood Film" wird die Handlung sehr knapp wie folgt zusammengefasst:
Nebel führt Menschen in einem abgelegenen Haus zusammen und hält sie dort fest. Völlig ahnungslos, stoßen sie auf schreckliche Entdeckungen. Alpträumen gleich, ziehen grauenvolle Ereignisse an diesen Menschen vorüber. Können sie der Bedrohung aus dem Nebel entkommen?
Bei dieser Bedrohung handelt es sich scheinbar um Geister und Vampire, die in der Umgebung des Hauses ihr Unwesen treiben. Schließlich stellt sich jedoch heraus, dass der Ehemann einer der im Hause anwesenden Frauen den ganzen Spuk mit Hilfe von drei Schauspielern inszeniert hat, um seine labile Ehefrau in den Wahnsinn zu treiben. Vermutlich, um diese zu entmündigen, um so für seine Geliebte frei zu werden, doch die wirkliche Motivation des Mannes wird im Film nie wirklich deutlich gemacht. Am Ende tötet der Mann dann seine lästigen Mitwisser und versucht, sämtliche Spuren zu beseitigen. Seine Frau aber ist inzwischen tatsächlich dem Wahnsinn verfallen und sie erschießt ihren Ehemann. Am Ende kann nur ein junges Paar den Ort des Grauens lebend verlassen.

So weit, so halbwegs verständlich. Tatsächlich aber weist die Handlung so viele Drehungen und Wendungen, so viele Löcher in der Logik, so viele sinnlose Situationen auf, dass es ein vergebliches Unterfangen wäre, die Handlung auch nur einigermaßen verständlich zusammenfassen zu wollen. So ist die von Beginn an umständlich erzählte Geschichte nicht nur total undurchsichtig, sondern auch ganz und gar unglaubwürdig. Nachdem sich die Protagonisten nach und nach am Ort der Handlung eingefunden haben, dem „Haus im Nebel", tendiert die Handlung zunächst einmal gegen Null. Die Anwesenden plaudern viel miteinander, Geschichten von Vampiren und Geistern werden zum Besten gegeben, und in einer längeren Rückblende wird die Vorgeschichte einiger Protagonisten erläutert, was aber für die weitere Handlung recht bedeutungslos ist. Dann kommt es zu einigen unheimlichen Ereignissen, gespenstische Gestalten schleichen durch die Räume des Hauses und über den nahe gelegenen Friedhof, über den unheimlicher Nebel wabert. Diese Szenen sind zumeist sehr atmosphärisch und schauerlich Inszeniert, können die aufkeimende Langeweile aber nur temporär abwenden.

LA MANSION DE LA NIEBLA ist ein Film, der die Geduld des Zuschauers aufgrund seiner mehr als unsinnigen Story und der undurchsichtigen Inszenierung arg strapaziert. Dank der ansprechenden symphonische Musik von Marcello Giombini, den sehr guten, aus zahlreichen spanischen Genrefilmen bekannten Darsteller (darunter Evelyn Stewart, Alberto Dalbes, Yelena Samarina, Eduardo Fajardo und Jorge Rigaud) und dank einiger visueller Highlights ist der Film allerdings doch kein Totalausfall.

Lange Zeit bot die VHS von „Greenwood Film" (82:13 Minuten), die einzige Möglichkeit, den Film zu sehen. Die Bildqualität des Tapes ist eigentlich recht gut, doch der Kontrast ist viel zu ausgeprägt, so dass in den vielen dunklen Szenen oft kaum etwas zu erkennen ist; das Dunkel ist dann einfach nur pechschwarz. Die in der „Chilling Classics 50 Movie Pack DVD Collection" bei „Mill Creek Entertainment" veröffentlichte englischsprachige Fassung (83:42 Minuten) hat eine deutlich schlechtere Bildqualität, der Film ist leicht unscharf und die Farben ausgebleicht, doch da der Kontrast etwas schwächer ist, kann man in den dunklen Szenen zumeist etwas mehr erkennen. Dennoch ist diese Fassung eigentlich eher eine Qual für die Augen und nicht zu empfehlen. Inzwischen ist der Film im Jahre 2020 in Deutschland auch auf DVD veröffentlicht worden und im Dezember 2022 auf einer auf 500 Stück limitierten Blu Ray.

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