Kaum zu glauben, dass B-Regisseur Mark Roper angesichts seiner heutigen Machwerke wie „Marines“ tatsächlich mal für ansehbare Kost der sparsamen Marke zuständig war. „Human Timebomb“, produziert von den üblichen drei „Nu Image“ – Verdächtigen Avi Lerner, Danny Dimbort und Trevor Short, ist ein recht ordentlicher Vertreter seiner Zunft, der leider mit einem schwachen, wirren Drehbuch zu kämpfen hat.
In die Rolle der Heldenfigur Parker darf hier Bryan Genesse schlüpfen, der zwar nicht die Klasse eines Gary Daniels besitzt, die prollige Masche aber ganz gut beherrscht, es dabei allerdings mit den meist treffenden Onelinern etwas übertreibt. Außerdem ist ihm ein gewisses Talent in Körper betonten Fights und Shootouts nicht abzusprechen. Dennoch es gibt bessere und gerade hier hätte ich mir so einen erwünscht, da die Action es durchaus in sich hat.
So darf Parker gleich in den ersten Minuten auf einem Schrottplatz einen kubanischen Gangster dingfest machen, seinen Deal platzen lassen und sich mit jeder Menge Handlanger herumschlagen – besser herumschießen. Die mitunter recht spektakulären Stunts, wie das Abseilen Parkers sind genauso klasse inszeniert, wie die blutigen Shootouts und der anfliegende, schießende Helikopter. In Zeitlupen dürfen die Pyrotechniker in aller Ausführlichkeit ihrem Beruf nachkommen – so soll ein spektakulärer B-Actioner aussehen. Hier ist eben nicht in jeder Szene ein Unterschied zu A-Produktionen auszumachen.
Leider stellt sich darauf schon bald Ernüchterung ein, denn Roper muss irgendwie diese abstruse Geschichte auf die Reihe bekommen, was höllisch schief geht. Gut, solche einschlägige Produktionen sind selten für gute Drehbücher bekannt, nur einigermaßen logisch und glaubwürdig sollten sie doch sein. Das ist hier leider nicht der Fall. Plötzlich findet sich Parker mitten in einem Gefangenenaustausch wieder, wird selbst gefangen genommen und einer Gehirnwäsche unterzogen, beziehungsweise bekommt einen Chip eingesetzt, der ihn zu einer willenlosen Kampfmaschine macht.
Von nun an ist leider viel Leerlauf im Getriebe und Altbackenes angesagt. Das politische Motiv der Bösewichte ist sekundär, Parker muss nicht nur zu sehen, dass er seine Erinnerungen zurückbekommt, sondern hat auch noch mit einem alten Trauma zu kämpfen, während seine Partnerin Gina (J. Cynthia Brooks) frei durch die Festung der Feinde wuseln darf. Zwischendurch wird ihr vor Augen geführt wie sklavisch Parker nun veranlagt ist.
Außer einem Minieinsatz von Parker als Attentäter gibt es nichts weiter zu berichten und damit wird auch die größte Schwäche von „Human „Timebomb“ deutlich: Zu wenig Action. Wenn vorhanden, dann durchweg spektakulär und klasse inszeniert – auch wenn die Pyrotechniker, wie während der Flucht auf dem Rollfeld, wohl etwas zu viel Sprengstoff übrig hatten.
Vor dem Absturz ins Mittelmaß können nur ein paar exotische Kulissen retten, denn neben einigen netten Prügeleien fällt das Finale wiederum sehr unspektakulär aus und endet erwartet tragisch. Dankbar ist man hier für einen herrlich fiesen Joe Lara, der mit Freund und Feind nicht gerade zimperlich umgeht.
Fazit:
Harter B-Actioner von Mark Roper, mit toll inszenierten Shootouts, viel Pyrotechnikspektakel und ordentlichen Prügeleinen, leider aber auch schwachem Drehbuch. Genesse macht seine Sache recht ordentlich und Lara punktet als Bösewicht. Wäre etwas mehr Action vorhanden gewesen und die Szenerie etwas intelligenter, wäre hier mehr drin gewesen.