Review

  • Giallo
    Der Giallo (von ital. ‚gelb‘, Mehrzahl: gialli) ist ein spezifisches italienisches Subgenre des Thrillers, das von Mario Bava in den 1960ern begründet wurde und in den 1970ern seinen Höhepunkt hatte. Die Handlung dreht sich zumeist um die Aufdeckung einer Mordserie. In der Inszenierung werden vor allem detaillierte Mordszenen und Spannungsszenen durch stilvolle Kameraführung, Ausstattung und Musik betont.
          (Quelle: Wikipedia)


In Bella Italia fallen mal wieder bildhübsche Senorinas einem perversen Frauenmörder zum Opfer. Der Irre, getarnt als Taxifahrer, verschleppt die Belladonnen in seinen Unterschlupf und foltert sie dort genüsslich zu Tode – Mamma Mia!
Inspektor Enzo Avolfi (Adrien Brody) kommt mit Hilfe der Schwester einer Vermissten dem Killer gefährlich nahe…

Dario Argento war einst einer der absoluten Meister des Horrorfilms und des in dem obrigen Text erwähnten Genres. Das er dies mittlerweile – und es fällt mir wirklich schwer das zu sagen – leider nicht mehr ist, stellt er mit GIALLO erneut unter Beweis. Mit MOTHER OF TEARS, dem dritten Teil der so genannten Mutter-Reihe, schockte Argento jüngst die Horrorgemeinde mit dem kompletten Fehlen der für ihn typischen Genialität. In GIALLO bestätigt sich erneut, dass sich diese gänzlich zu verflüchtigt haben scheint. Schon wie MOTHER OF TEARS haftet auch GIALLO der fade Beigeschmack einer billigen TV-Produktion an. Ganz so dämlich wie bei der Dritten Mutter wird’s zwar nicht, dafür aber doppelt so langweilig und ausdrucksschwach. Die mehr als dürftige Story, welche weder Twists noch sonstige Finessen beinhaltet, versucht man verzweifelt mit ein paar kruden Morden aufzuwerten (Highlights: Oberlippe absäbeln, Küchenmesser-Stabbing). Die Splatterszenen allein reißen aber nix raus und dürften keinen 10-Jährigen mehr schocken, weswegen der Streifen auch bei den Gorehounds saftig durchrasselt.

Positiv an GIALLO sind seine Darsteller: Emmanuelle Seigner (Depps teuflische Gefährtin in „Die Neun Pforten“) und der in letzter Zeit viel beschäftigte Adrien Brody („Predators“, „Splice“, „King Kong“, „The Village“). Sehr nett auch das Artwork des Kinoplakates… hmm, dann aber wird’s schon eng. Alles was Argento früher ausgezeichnet hat – sei es Atmosphäre, Thrill, wahnwitzige Kamerafahrten, das Spiel mit den Farben… – es fehlt einfach alles! Für Fans ist der Film echt eine Ohrfeige, von daher mein Ratschlag:
Ne Dario, das mit dem Filmemachen lass mal lieber sein jetzt! Schau, jetz’ bist du fast 70 – doch 'n prima Alter um den Thron der Jugend zu überlassen, meinste nicht!? Kümmer dich mal lieber um dein kleines Mädchen, dass die nicht immer so wenig anzieht, sonst erkältet die sich nämlich noch!

Gore: (+)(+)(-)(-)(-)
Atmosphäre: (+)(-)(-)(-)(-)
Gähn: (+)(+)(+)(+)(-)

Fazit:
Stronzo! Schwach wie eine Flasche leer!
In wirklich jeder Hinsicht durchschnittlich und unmeisterlich.

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