In Turin verschwinden junge hübsche Frauen, die später ermordet und übel zugerichtet aufgefunden werden. Als das französische Model Celine verschwindet wendet sich deren Schwester Linda an die Polizei. Dort lernt sie den Inspektor Enzo Avolfi kennen, der auf solche Fälle spezialisiert ist.
Ein Film von dem ich persönlich überhaupt Nichts erwartet habe, entpuppt sich als ordentliches Gesamtwerk. Nach dem wirklich sehr schwachen Card Player konnte man von Argento auf diesem Sektor eigentlich nichts Positives erwarten. „Giallo“ ist eine kleine Steigerung in Darios stets abfallender Tendenz. Handwerklich ist der Film ordentlich inszeniert, die kleinen Effekthaschereien bringen ein wenig Würze und die Darsteller sind im guten Durchschnitt anzusiedeln. Argento liefert in diesem Film auch einige gute Ansätze, hier ist der Charakter Inspektor Enzo Avolfi angesprochen. Leider wird die Chance stärker auf den psychischen Zustand von Inspektor Avolfi einzugehen verspielt. Das Argento so etwas positiv ausführen kann, hat er zuletzt in Stendal Syndrome mit der Figur der Anna Manni bewiesen.
Da dieses nicht praktiziert wurde hebt sich Giallo auch nicht vom durchschnittlichen Mainstream ab. Vielleicht ist es besser vor der Ansicht des Films zu vergessen, dass dieser von Dario Argento stammt. Ansonsten wird man zu schnell zum Ziehen von Parallelen und Vergleichen mit alten Argento-Werken verleitet. Das der Film dann nicht bestehen kann, ist definitiv klar.
In zwei Situationen des Films stelle ich bewusst die Frage ob Argento sein Publikum für blöd hält oder ob es bei den beiden Hauptdarstellern wirklich so lange bedarf bis bei denen der Groschen fällt. Ein Hinweis und ein Dialog können diesbezüglich den Zuschauer buchstäblich zum Haare raufen führen. Dieses führt auch zum Vorwurf der Absehbarkeit.
Was den Schluss des Films anbelangt, so hätte sich Argento die ca. letzen 90 Sekunden einfach schenken sollen, dann wäre die Wirkung der Egozentrik der Hauptdarsteller besser gewesen.
Fazit: Unterhaltsamer und absehbarer Film, der seine Chance ein wenig außergewöhnlich zu werden leider verschenkt.