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Inhalt:

Italien, Turin:
Mit einem als Taxi getarnten Auto bringt ein Serienmörder junge ausländische Frauen in seine Gewalt. Seine Opfer verstümmelt der sadistische Killer bevor er sie tötet. Das neueste Opfer des Mörders ist das Model Celine (Elsa Pataky), die im Versteck des Killers mit ansehen muss wie dieser sein letztes Opfer, die Japanerin Keiko (Valentina Izumi), foltert und tötet.
Als Celines Schwester Linda (Emmanuelle Seigner), die zu Besuch in Turin ist, ihre Schwester in deren Wohnung nicht antrifft macht sie sich (berechtigterweise) Sorgen und geht zur Polizei.
Da Celine aber noch nicht lange genug verschwunden ist herrscht bei dem angesprochenen Beamten nur wenig Willen Polizeiarbeit zu leisten.
Doch Linda wird an Inspektor Enzo Avolfi (Adrien Brody) verwiesen. Dieser hat sein Büro in den Kellern des Polizeipräsidiums und ist dem Serienmörder schon länger auf der Spur.
Obwohl Enzo Linda dazu rät in der Wohnung auf Nachricht von ihm zu warten will diese nicht zu Hause untätig sitzen während ihre Schwester von einem mörderischen Irren gefangen gehalten wird und hängt sich an Enzo. Dieser stimmt schließlich zu das Linda ihn begleitet. Schließlich wird Keikos (augescheinliche) Leiche gefunden allerdings ist sie noch nicht ganz tot und schafft es noch Enzo etwas auf japanisch über den Killer mitzuteilen: "Er ist gelb."....

Meinung: Der Titel von Argentos Film Giallo bezieht sich hier gleich auf zwei Themen: Einmal den Killer (der unter Gelbsucht leidet) und
den Giallo als Genre. Giallo bezeichnet nämlich ein spezielles italienisches Subgenre des Thrillers (seit den 1960-ern). Merkmale des Giallos sind u. a. Serienmörder die durch eine psychosexuelle Pathologie zu ihren Taten getrieben werden und deren Opfer schöne junge Frauen sind. So steht der Titel des Films für das Genre und den Antagonisten. Ich persönlich finde das Giallo ein guter Film ist, kein Meisterwerk, aber gut inszeniertes Thrillerkino.
Die Schauspieler machen ihre Sache gut. Besonders Brody als Inspektor Enzo schafft es hier einen durchaus zwiespältigen Charakter zum Leben zu erwecken:
So musste Enzo als Kind mit ansehen wie seine Mutter von einem Psychopathen brutal ermordet wurde.
Nach einiger Zeit bei einem Onkel in New York kehrte er nach Italien zurück.
Schließlich stößt Enzo auf den Mörder seiner Mutter, der in einer Fleischerei arbeitet.
Und dort übt Enzo auch Selbstjustiz indem er den Mörder eines Abends aufsucht und im Kampf mit einem Knüppel zusammen schlägt und dann den Mann mit dessen eigenem Schlachtermesser, welches er später in seinem Büro aufbewahrt, ermordet (eine der stärksten Szenen des Filmes, wie ich finde). Der Antagonist, Giallo, hingegen wirkt wie die italienische Sadismusvariante von Frank Zito aus Maniac (1980).

Während Zito in dem 80-er Jahre Film als tatsächlich von Traumata Gequälter gezeigt wird ist Argentos Antagonist ein sadistischer Perverser der mit Schnuller im Mund die Fotos seiner gefolterten Opfer am Laptop betrachtet,dabei onaniert und genüsslich grinsend Finger und Lippen abschneidet. Zwar wird bei Giallo auch einer Rückblende in dessen Kindheit gezeigt. Aber diese Szenen reichen lange nicht aus die Verwandlung in einen foltergeilen Psychopathen zuerklären.
Vom Gewaltgrad her hätte der Film (mit zugekniffenen Augen) auch eine FSK 16 erhalten können.

Mit etwas gutem Willen könnte Argentos Giallo auch im Nachtprogramm eines öffentlich-rechtlichen Senders ausgestrahlt werden. Mit ca. 88 Min. ist der Film auch nicht unnötig zu lang geraten und auch der Soundtrack ist sehr gelungen.

Fazit: Giallo ist, wie schon gesagt, kein Meisterwerk des Horrorfilms aber ein netter, kleiner Film für zwischendurch. (6/10)

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