Review

Wenn man den schematischen Ablauf mit allen gängigen Figuren und dazugehörigen Klischees eines Tierhorrorstreifens sucht, wird man bei dieser US-amerikanischen TV-Produktion garantiert fündig.
„Silent Predators“ sind zwar nicht ganz so silent, da es sich um mutierte Klapperschlangen handelt, aber diese werden recht gelungen in Szene gesetzt und sorgen beim phobischen Betrachter für entsprechende Gänsehautmomente.

Alles Übrige kennt man seit den 80ern und findet es hier in unveränderter Form (inklusive Kleidung und Style der Figuren) vor:
Die amerikanische Kleinstadt, ein neuer Feuerwehrchef als Held, ein geldgieriger Bauherr, dessen Assistentin sich in den Helden verguckt (und umgekehrt) und der obligatorische Bürgermeister, der bestehende Gefahren wie immer missachtet.
Dazwischen die Bedrohung: Eine Tropenschlange, die vor 20 Jahren bei einem Transport ausbrach und sich zwischenzeitlich mit der heimischen Diamant-Klapperschlange paarte, was eine überaus aggressive Kreuzung hervorbrachte. Nach Sprengungen bei den Baumaßnahmen fühlen sie sich genötigt, den Einwohnern des Ortes Besuche abzustatten.

Bei so vielen Klischees habe ich bis zuletzt auf den Satz „Wir hatten hier keine Probleme mit Schlangen, bis SIE aufgetaucht sind!“ gewartet. Kam leider nicht.
Aber wenn man mit der Materie des Tierhorrors ein wenig vertraut ist, begegnet einem alles andere: Vom hinzugezogenen Tierexperten, über die Annäherung des Heldenpaares, fiesen Gegenmaßnahmen des Unsympathen, sowie finale Befreiung des Love Interests aus einer lebensbedrohlichen Situation. Ach, und der Böse muss den jämmerlichsten Tod erleiden.

Man hält sich selten mit längeren Dialogpassagen auf und hangelt sich von Klischee zu Klischee, aber auch von einem Schlangenangriff zum nächsten.
Nach vereinzelten Attacken auf Einheimische treten diese vermehrt auf, so dass es bei einem Baseballspiel zu Panik auf der Tribüne kommt, der Ort massenweise verlassen wird und man letztlich die Quelle, einen still gelegten Bergwerkstollen, sprengen will.
So kommt in den letzten Minuten ordentliche Spannung auf, von der im Vorlauf eher selten etwas zu spüren ist. Vor allem, wenn vorher kaum eingeführte Figuren gebissen werden, handelt man diese Szenen zu schnell und nahezu ohne Fluchtversuch oder Gegenwehr der Opfer ab. Auch der Showdown mit Bekämpfung der Schlangen fällt viel zu kurz und unspektakulär aus.

Bei den Reptilien hat man allerdings weitestgehend auf Computereinsatz verzichtet und echte Klapperschlangen in Szene gesetzt, die auch mal in Nahaufnahme zu sehen sind.
Wann immer die Tiere im Bild erscheinen, fällt das Ergebnis ansprechend aus, zwar mit geringem Blutvergießen (wodurch auch), aber realistisch erscheinend im Gesamtgefüge, - Darsteller und Tier tauchen gemeinsam vor der Kamera auf.
Weniger glaubhaft ist dabei die eingeflochtene Egoperspektive der Schuppenkriechtiere, denn viel zu starke Rotfilter und ein leichter Distortion-Effekt muten eher dilettantisch an.

Dennoch bleibt unterm Strich ein passabler Tierhorrorstreifen mit beachtlichen, nicht menschlichen Hauptdarstellern und einer charmanten Atmosphäre, die auf dem klischeebedingten Ablauf der Handlung und der liebenswert eingängigen Art der Figuren beruht.
Das mag für Genrefreunde das Übliche ohne Überraschungen darstellen, doch für einen Abend zum Berieseln im Abschaltmodus stellt der Film genau die richtige Wahl dar.
Knapp
6 von 10

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