Der Hauptmann von Köpenick mit dem versoffenen Schrei- und Hampelschauspieler Harald Juhnke, ist die zigste Verfilmung dieses Klassikers des armen Schneiders Voigt, der, weil er dauernd klaut und bescheißt, keinen Pass hat, und deshalb weitere Lumpereien plant.
Harald Juhnke spielt nicht Voigt, er ist Voigt: dauernd besoffen zeigt er einen Menschen, der sich selbst hasst, weil er nichts gebacken kriegt.
Juhnke personifiziert die Person des Schneiders, der ein Hauptmann wird, vollends. Laut schreiend glaubt man ihm seine Haltung 100%. Es ist klar, dass diese Gesellschaft, die sich angeilt an Autorität und Militär, bald die Ernte seine Handels einfahren wird: den Faschismus unter Hitler. In dem Sinn ist dieser Film als Warnung an die Ordnungsliebe gut. Aber: was Juhnke daraus macht, ist nicht immer zuträglich.
So ist die Gefängnisszene, in der der Direktor seine dummen Gefangenen als zahme Musterschüler präsentiert, nur peinlich. Juhnke spielt so, als habe er einen Vollrausch, und die ganze, ernst gemeinte Szene verkommt zur Muppetsshow mit alternden Knackis und einem humanen Direktor. Absoluter Unsinn, denn so ging es in den Gefängnissen der Kaiserzeit nicht zu. Juhnke aber ist die gute Laune selbst.
Fazit: Juhnke säuft und schreit und torkelt, dass es eine wahre Freude ist. Ich rate ab.