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Rosie ist eine Prostituierte, die sowohl einen sehr liebevollen Stammfreier, sowie einen äußerst gestörten und gewalttätigen Zuhälter hat. Das Problem ist, dass besagter Stammfreier besagte Nutte geschwängert hat, und diese kann deshalb leider nicht mehr so viel Gewinn erzielen, was wiederum besagtem Zuhälter sehr gegen den Strich geht. Als dieser herausfindet, dass die Hure abhauen möchte, greift er zum Kleiderbügel und treibt das Kind ab, doch was keiner gedacht hätte: das Kind hat überlebt, und wird von einem Penner groß gezogen. An seinem 18. Geburtstag wird "Hanger", so der liebenswerte Name des durch den Abtreibungsprozess völlig missgestalteten Freaks, von seinem Papi, dem Freier, abgeholt, und dieser hat ihm auch schon eine Bleibe, einen Job in einer Recyclingfirma und einen perversen Zimmergenossen namens Russel verschafft! Sein Plan ist es den Zuhälter von Hangers Mutter umzubringen, doch bevor dies geschieht werden noch viele Huren klat gemacht, Tampons gesammelt, onaniert und vieles, vieles mehr!

Der Film selbst ist auf jeden Fall sehr cool gemacht, jedoch darf man nicht ZU viel Splatter erwarten. Es gibt zwar einige sehr gute Morde, die auch auf solidem handwerklichem Niveau von statten gehen, aber die werden nicht so in die Länge gezogen, und sind auch nicht allzu zahlreich. Hier hat Gutterballs ganz klar die Nase vorn!

Der Film lebt von seiner kompletten Abgefucktheit. Leute, die schon John Waters cool fanden, die werden mit Hanger ihre wahre Freude haben, denn hier wird wirklich keine Perversion ausgelassen. Die beiden "Missgeburten", sprich Hanger selbst und sein asiatischer Kumpel sitzen in ihrer Bruchbude, besaufen sich und onanieren zu Pornofilmen, als Hanger plötzlich seine Mutter im Film erkennt. Später braut sich Russel der Asiate dann auch noch einen Tee aus den benutzten Tampons einer weiblichen Mitarbeiterin, die anscheinend nur zum masturbieren auf die Arbeit kommt, was dem Zuschauer auch äußerst eindringlich gezeigt wird!

Sehr eklig ist auch die Szene, in der Hangers Vater gefoltert wird, und eine Prostituierte, die sich angeblich tagelang nicht mehr gewaschen hat, ihm ins Gesicht furzt, und ihm den Schambereich vors Gesicht hält. Alles wird sehr direkt gezeigt, und somit kann man das Teil echt nur Leuten empfehlen, die über solche geschmackliche Entgleisungen herzhaft lachen können.

Der Slogan "the Dirtiest Film ever made" ist zwar ein wenig übertrieben, da das Gezeigte doch ein wenig zu trivial und belanglos bleibt, aber man kann schon von einem sehr, sehr gewöhnungsbedürftigen aber gerade deshalb charmanten Endprodukt sprechen, dass durchaus seine Anhänger finden könnte. Ryan Nicholson hat mal so richtig die Kuh fliegen lassen, was Geschmacklosigkeiten angeht, John Waters wäre stolz auf ihn!

Splattertechnisch gibt es auch einige gute Sachen, zum Beispiel die sehr explizite "Abtreibung" am Anfang (kranker Scheiss), der erste Mord an der Prostituierten, welche den Kopf von der Autotür zerschlagen bekommt, sowie das Zertreten des Kopfes des schwulen Mitarbeiters, der die anderen beiden Freaks unter Drogen gesetzt und vergewaltigt hat.

Fakt ist, dass das Teil an sich mehr eine komplett ekelhafte Freakshow als ein Splatterfilm ala Gutterballs ist, doch das macht gerade den besonderen, dreckigen Reiz aus. Mir hat der Film sehr gefallen, gerade aus dem Grunde, dass die ständigen Perversionen, die durchgeknallte Handlung sowie die 2 parallel verlaufenden Handlungsstränge keine Langeweile aufkommen lassen, und summa summarum kann man sagen, dass der Film sehr viel Spaß macht, wenn man denn zum Zielpublikum gehört, love it or hate it, nich? Obwohl ich, wie schon gesagt, super unterhalten wurde, werde ich mal mit meiner Weiterempfehlung vorsichtig sein, bei solchen Sachen kommt es dann doch sehr auf die persönliche Schmerzgrenze an.

Fazit: Hanger ist nichts weiter als Überschreitung ethischer Normen, der Film ist eine pure Anhäufung von Perversionen und Asozialitäten, was jedoch einen unschuldig-infantilen Humor nach sich zieht, der sehr überzeugt, wenn man denn zur Zielgruppe gehört (welche sehr schwer zu definieren ist).

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