Ich erspar mir mal eine weitschweifige und bemüht kreative Einleitung und konstatiere einfach kurz: diese bemühte Ansammlung von bisher noch unberührten Tabubrüchen aus dem Abgrund menschlichen Sozialverhaltens hat nur zwei Ziele: möglichst viele Abartigkeiten spekulativ aufzureihen und damit einem Publikum, das seine Grenzen aus Neugier, Abstumpfung oder eigener Bizarrerie noch nicht weit genug ausgetestet hat, irgendwas zu bieten, was zum Kauf animiert, weil es eben (bisher) einzigartig in seiner Form ist.
"Hanger", die garantiert so noch nie gesehene Rachestory von dem Abtreibungsopfer (jaja, stimmt schon), daß von einem Penner aus der Mülltonne gerettet und großgezogen wurde, bis sein ebenso rachedurstiger Erzeuger mittels seiner verunstalteten Erscheinung, seinem matschigen Geist und seinem Blutdurst Rache am Mörder der Mutter nehmen kann, eben nämlich ihrem damaligen Zuhälter, fungiert schon im Abspann unter der Betitelung "eine filmische Abtreibung" und anders sollte man damit auch nicht umgehen. Gut, man sollte die Disc nicht wie im Film im 9.Monat mit einem Kleiderbügel in Großaufnahme aus dem Player prokeln, aber die Mülltonne sollte für jeden, der in seinem DVD-Regal nicht unbedingt ein Freakkabinett aufmachen will oder seine debilen Freunde mit Gewalt unterhalten, dann doch geschlossen bleiben.
Gemeint ist dieser Haufen Scheiße übrigens durchaus ernsthaft als so eine Art Komödie, denn die Art, wie die "Figuren" inmitten ihrer gepflegten Perversitäten präsentiert werden, soll offenbar zum Lachen animieren oder wie soll man das sonst verstehen, wenn sich eine Figur munter ein Teechen mit einem benutzten Tampon der dauermasturbierenden Tochter eines Schrottplatzbesitzers aufkocht. Der Tonfall des Vehikels "Handlung" deutet darauf hin, aber spätestens wenn dann in Großaufnahme offenbar mangels Alternativen ein zum Bersten gefüllter künstlicher Darmausgang gevögelt wird, sollte der Ofen aus sein, außer sogar Hirnverbranntes wie "Jackass" entlockt einem nur noch ein müdes Gähnen.
Die qualvollen 86,5 Minuten sind überdies (irgendwie muß man die Sauereien ja in den Plot einbauen) noch angefüllt mit endlosen Nebenhandlungen, sämtliche Figuren zuckeln wie die Zombies durchs Bild oder salbadern unwichtige Kacke, wenn sie sich nicht gerade übers Wichsen unterhalten. Was so viel heißt, wie: der Film ist abseits vom Grotesken auch noch übelst öde, was durch den verstärkten Einsatz von blanken Möpsen und (hey ya, Innovation) auch mal Schamlippen erfolgt.
Im Nachhinein erscheint der kümmerliche Racheplot übrigens total überflüssig, denn die titelgebende Hauptfigur hat eigentlich gar keine Funktion in der Handlung, stattdessen steht er meistens doof rum, wimmert und bringt hin und wieder mal wen um. Den Shootout am Ende (geradezu eine absurd banale Wahl für so einen Film) führen dann andere durch, aber das wundert dann schon lange nicht mehr, weil man bereits längst eingenickt ist, denn abseits der abseitigen Bits bietet der in offenbar drei Räumen und einem Schrottplatz aufgenommene Film mit dem Charme eines ultrabilligen Klasse-D-Pornos überhaupt nichts.
Das einzige filmische Moment, das für fünf Sekunden Überraschung bedeutet, ist dann übrigens eine dreifache Parallelmontage, in der Töchterlein sich auf dem Bürotisch in Großaufnahme einen rubbelt, die debilen Mitbewohner unseres Helden eine flotte Analnummer schieben und gleichzeitig der Rache-Dad ein erstöhntes Facesitting mit einer ungewaschenen Nutte durchzustehen hat, aber das war es dann auch schon filmisch in einem Werk, in dem manche Sequenzen einfach von der Hüfte abwärts aufgenommen wurden, weil entweder die Darsteller oder die Maskenbildner gerade auf dem Klo waren. Insofern eine weise Entscheidung, Lebenszeit zu sparen und das auf doppelter Geschwindigkeit zu durchfahren.
Über die Qualitäten eines Ryan Nicholson, der als Regisseur offenbar seine kreative Nische gefunden hat (und es war offenbar nicht die mit dem Talent), produziert also einmal mehr für seine nischenhafte Zielgruppe, die sich wahlweise daran aufgeilen oder diesen Kack lustig finden kann, sich aber insgeheim mal prüfen sollte, ob das mit dem Eigengeschmack noch ganz gesund läuft.
Denn eines Tages, wenn das letzte Tabu gebrochen, das letzte menschliche Organ penetriert, dem letzten Tier in alle Körperöffnungen onaniert wurde und der erste Fötus bereits im Mutterleib geschwängert wurde, dann müßt ihr den schwierigen Weg dorthin zurück, wo Junge auf Mädchen trifft und das ne Geschichte ergibt. (1/10)