Die simplen Prügelfilme scheinen für die Filmemacher langsam wieder interessant zu werden und außer einem Mini-Shootout darf man sich auch bei "Blood and Bone" ausschließlich auf brutale Fights freuen, choreographiert von J.J. Perry.
Auf die Qualität eines "Undisputed 2" sollte man allerdings nicht hoffen und gerade die schon oft gesehene Geschichte erweist sich hier als größtest Problem. Der Plot ist schnell durchschaut, Regisseur Ben Ramsey (Love and a Bullet) fährt zwar größtenteils ein hohes Tempo, aber Spannung bleibt eine Fehlanzeige.
Im Mittelpunkt steht der charismatische Fighter Isaiah Bone (Michael Jai White), der nach seiner Entlassung aus dem Knast eine steile Karriere in der Streetfight-Szene hinlegt. Dabei behilflich ist ihm der Promoter Pinball (Dante Basco). Doch Bone interessiert nicht das Geld, sondern der Gangster James (Eamonn Walker), der auch in dieser Branche tätig ist. Um ihm zu schaden, muss Bone gegen den besten Kämpfer antreten.
"Blood and Bone" bietet immerhin Michael Jai White die Chance richtig Werbung für sich zu machen. Er ist kein Edelmime, aber er hat Charme und kann verdammt gut kämpfen. Dies beweist er gleich zu Beginn, als er eine ganze Gang im Knast auf der Toilette verdrischt. Aber Bone ist nicht nur ein knallharter Kämpfer, sondern er hat auch ein Herz. Unterschlupf findet er nach seiner Entlassung bei Tamara (Nona Gaye) und ihren Adoptivkindern und eines der Kinder hat etwas mit Bones bevorstehender Aufgabe zu tun. Nach und nach wird enthüllt, was Bone eigentlich zu erledigen hat, dabei steht besonders der skrupellose Gangster James im Fokus. Dank eines gut aufgelegten Eamonn Walker (Unbreakable, Lord of War) stiehlt er fast allen die Show, selbst Julian Sands (Arachnophobia, Warlock - The Armageddon) als einflussreicher Waffenhändler McVeigh muss hinten anstehen.
Das ganze drumherum erweist sich als Griff in die Klischeekiste bis hin zum finalen Kampf gegen einen schier unbesiegbaren Gegner, wo eine Menge Geld auf dem Spiel steht.
Bis auf eine Durststrecke kurz vor dem Finale wird der Zuschauer mit ausreichend Zweikämpfen versorgt. Anfänglich erledigt Bone seine Gegner meist mit ein paar Hieben, doch die Kämpfe steigern sich kontinuierlich. Die Choregraphien sind dabei durchweg spektakulär, aber Spannung will schon deswegen keine aufkommen, weil Bones Sieg nie in Gefahr ist. Er ist seinen Gegner stets zu überlegen, richtig zu tun bekommt er nur im langen Finalkampf.
Was an "Blood and Bone" richtig gefällt ist die beinahe altmodische Machart. Stilmittel kommen nur seltenst zum Einsatz, bei den Kämpfen wird die Kamera schön ruhig gehalten und ist immer bestens positioniert. Also keine schnellen Schnitte oder Wackelkamera, welche die Kämpfe verhunzen, wie heute gern üblich.
"Blood and Bone" ist für Freunde damaliger Kampfsportfilme die richtige Adresse. Die Kämpfe sind zahlreich, es mangelt nicht an Härte oder spektakulären Moves. Die Darsteller schlagen sich wacker, Totalausfälle gibt es nicht zu beklagen, aber die Geschichte ist durchweg vorhersehbar und der Ausgang zu rührselig. Der Aufstieg in die Oberliga will leider nicht ganz gelingen, trotzdem sehr gute 6 Punkte meinerseits.