Review

Gerade erst aus dem Gefängnis entlassen, in dem er bereits zahlreiche negative Erfahrungen sammeln konnte, hat es Bone nicht so leicht, sich in die normale Gesellschaft zu integrieren. Bei Vermietern stößt er auf große Vorurteile und die Mütter der Umgebung wollen ihre Kinder ohnehin nicht gern in der Nähe dieses Mannes sehen. Kaum besser erscheint da sein Vorhaben, ohne Umwege in die Underground-Fighting-Szene einzusteigen und sich zahlreichen Gegnern zu stellen. Schnell kann er dort die ersten Feinde ohne große Anstrengung niederstrecken, sodass er sich einen Namen in der Szene macht. Doch während sein Manager Pinball das große Geld sieht und ihn ganz nach oben bringen will, hat Bone gänzlich andere Pläne.

Einen der besseren Klopperfilme stellt für mich Blood and Bone dar, der das Genre zwar nicht neu erfindet, aber ein paar interessante Aspekte mitbringt. Titelheld Bone wird dabei von Michael Jai White gespielt und produziert, der mit Anfang vierzig eine immer noch enorme physische Präsenz aufbieten kann und sich gleichzeitig beweglich wie eh und je gibt.
Über den Kämpfer Bone erfährt man dabei herzlich wenig. Zu Beginn im Knast (warum auch immer) will ihn dort eine Knastgang abstechen (weswegen auch immer) die er erstmal herzlich mit seinen überlegenen Kampfkünsten (woher auch immer) ziemlich derbe verkloppen darf, was dann auch schonmal die Richtung der weiteren Geschehnisse angibt. Die Kämpfe sind zunächst hart und brutal und eher nichts für Feintechniker. Erst zum Ende hin wird's weniger grobmotorisch und auch die anspruchsvollen Kicks und Griffe sitzen sauber.
Verwunderlich ist auch lange Bone´s Motivation. Offensichtlich ist er ja ein Guter (wer mit alten Opas Schach spielt kann ja kein schlechter Mensch sein), stürzt sich aber sofort in die illegalen Untergrund Straßenkämpfe, wirft ein Auge auf die Matratze des dortigen Bosses James und benimmt sich auch sonst so, als wolle er schnellstmöglich in den Knast zurück. Die wirkliche, wenn auch nicht sonderlich originelle, Motivation gibt es erst nach einer Stunde serviert. Zumindest ist das mal eine Abwechslung zum üblichen ich-räche-meinen-Bruder/Frau/Mentor/Sittich Kram, der sonst immer wieder neu abgelaufen wird.
Die Kämpfe haben es allerdings in sich. Wer auf matschige Gesichte steht darf sich hier freuen, sogar die Mädels dürfen sich blutig die Visage neu dekorieren. Selbst eine K1 Legende wie Bob Sapp darf sich von White eine blutige Nase holen. Zu den gebrochenen Knochen gibt es dazu noch eine erfreulich schnittunfreundliche Kamera, die auch mal längere Passagen draufhält und nicht alle paar Sekunden einen Cut einlegt, wie es heute ja fast schon Standard ist.
Nicht ganz gelungen ist dafür das ganze Brimborium mit seiner neuen Vermieterin, das doch arg aufgesetzt wirkt. Auch da man am Ende noch mal kurz eine Rassismus Thematik um ein Konsortium mit weißen Vertretern, die die großen Kämpfe mit viel Kohle arrangieren, dazu gepackt wird, paßt jetzt auch nicht wirklich ins große Ganze. Ansonsten aber zahlreiche Fights mit gesunder Härte, kein großes Trara um eine Rahmenhandlung, die Zuschauer in diesem Genre eh kaum interessiert und einem charismatischer Protagonist in guter Form. Viel mehr verlangt man doch gar nicht.
7/10

Details
Ähnliche Filme