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Als „Judge Man“ geht C. Thomas Howell für PM Entertainment auf einen Kreuzzug gegen das Verbrechen.
Dale Goddard (Jeff Fahey) ist ein überzeugter Cop, der auch seinen Sohn Mark mit aus Streife nimmt, der auch Bulle werden will. Als ein Dealer den Streifen mitsamt Mark klaut, hat Dale auch keine Probleme sich auf das Dach des Autos zu klemmen und solange mit dem Fahrer zu rangeln, bis die Karre im Meer liegt und er Mark aus Wrack retten muss. So beginnt der Film mit einer der PM-typischen, albernen Autojagden, die total übertrieben, aber nicht allzu mitreißend ist. Da waren die in „Steel Frontier“ oder „The Stuntdriver“ aus gleichem Hause ansprechender.
Kurze Zeit später wird aber fast die komplette Familie Goddard aus mysteriösen Gründen von einem Killerkommando dahingemetzelt, lediglich Mark überlebt schwerverletzt. 15 Jahre später ist Mark (C. Thomas Howell) als Erwachsener ein knallharter Cop. Da wird einer Mörder schon mal im freien Fall stranguliert oder ein Kinderschänder zusammengeschlagen. Teilweise Charakterisierung der Figur, aber zumeist vordergründige Action sind jene Szenen, in der Mark in Aktion tritt.

Als er in seiner Laufbahn insgesamt neun Verbrecher umgenietet hat, macht man ihm ein Angebot. Er soll der J.I., der Justice Incorporated, beitreten, einer Gruppe von Ex-Cops, die sich Verbrecher krallt und kurzerhand umlegt. Nach kurzem Überlegen steigt er ein...
Die Story von „Judge Man“ hat man in Filmen wie „Extreme Justice“ schon gesehen und dort auch professioneller gemacht. Dennoch ist „Judge Man“ für einen PM-Film recht gelungen. Die Optik sieht nicht so sehr nach TV-Film aus wie andere Machwerke aus diesem Haus und die Story ist teilweise mehr als ein Alibi. Dennoch hält sich die Spannung in Grenzen und auch andere Qualitäten abseits der Action sind eigentlich kaum zu finden.
So geht „Judge Man“ zwischen dem PM-Filmen, die mit pausenlos stupider Action unterhalten wie z.B. „Recoil“ und jenen, die auch filmisch gelungen sind wie z.B. „Fire Zone“ den Mittelweg. Das geht auch ganz gut, obwohl er schwächer als die genannten ist. Die Regie Joseph Merhis kann sich aber durchaus sehen lassen, da sie dem Film einen etwas professionelleren Touch verleiht.

Die Action bietet ein paar ordentliche Stunts, Schießereien und Verfolgungsjagden. Die Shoot-Outs könnten zwar mehr sein, bieten aber ein paar derbe Einschüsse und sind teilweise recht gelungen wie z.B. die Säuberungsaktion in Kolumbien. Die Verfolgungsjagden sind eher albern und teilweise allzu künstlich in die Länge gestreckt (z.B. die Jagd auf Nr. 3 der Verbrecherorganisation). So bleibt unterm Strich konventionelles, aber recht zufrieden stellendes Futter für Genrefans.
Die Darsteller sind halbwegs passabel, aber keine Offenbarung. Jeff Fahey ist eh nach kurzer Zeit tot, C. Thomas Howell war schon in anderen B-Movies besser und die weibliche Killerin überzeugt auch eher durch Aussehen.

„Judge Man“ ist ein ganz netter B-Actioner für Fans, aber es gibt weitaus besseres in diesem Genre.

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