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Außerhalb der großen Filmstudios fristen Katastrophenfilme ein allgemein trauriges Dasein: Oft vom Sci-Fi-Channel produziert, machen sich Fließbandregisseure wie Jim Wynorski daran, den Trash-Fan mit mehr oder minder doofen Ideen zu unterhalten, was in letzter Zeit reichlich daneben ging.
Und wenn hier intelligentes Lithium in Form von Feuerschweifen Jagd auf Zivilisten und Militär macht, kann am Ende auch nicht allzu viel dabei herum kommen.

Immerhin steigt man wuchtig ein, denn die CGI-Feuerschlangen sehen nicht gar so übel aus und der Score galoppiert von Beginn an munter orchestriert los, als die Arbeiter eines Bergwerkes auf der Flucht vor Flammen und Explosionen sind.
Dann kommen butz die Hauptfiguren ins Spiel und man entwickelt zwei parallel ablaufende Handlungsstränge, um Abwechslung zu bieten. Ein seismologisches Heldenpaar auf den Weg zu Untersuchungen und die Abgesandte eines schmierigen Geschäftsmannes, auf dessen Mist die ganze Katastrophe gewachsen ist, denn der wollte um jeden Preis wertvolles Silizium ergattern.

Vor allem für geneigte Trash-Fans funktioniert das zunächst recht ordentlich, etwa als die Besatzung eines Wasserskibootes vom Feuer gejagt wird und ein anderer beim Pullern einfach mal explodiert und sich in Luft auflöst. Als das Heldenpaar die abgebrannte Geisterstadt inspiziert, kommt für einen Moment sogar ein wenig Atmosphäre auf, doch dann folgt, was unweigerlich folgen muss: Die Regierung und das Militär intervenieren und die Spannungskurve verläuft permanent bergab.

Auf wissenschaftlicher Ebene sollte man sich über das unausgegorene Spektakel ohnedies keine Gedanken machen, wenn von thermonuklearen Reaktionen, Phosphor und Lithium, welches von jeder Form von Flüssigkeit angezogen wird und Höhlen, die seit Jahrhunderten niemand entdeckt hat gesprochen wird.
Am Ende explodiert ohnehin alles und es stellt sich lediglich die Frage, ob die Menschheit durch Heldenhand gerettet werden kann.

Heldenhaft ist die Erscheinung von Kevin Sorbo in der Hauptrolle gewiss nicht ausgefallen, aber gegenüber den übrigen gelangweilt agierenden Mimen, stellt er sich ganz passabel an, was generell für die komplette Ausstattung gilt, auch wenn die Höhlengänge alle recht ähnlich aussehen und die Ankündigung einiger Explosionen in Form von Glühfunken eher wie Weihnachts-Kitsch anmutet.
Dafür kommt man mit größtenteils handgemachten Krawumms recht gut in die Pötte, auch wenn die Actionszenen insgesamt eher rar gesät sind.

Mit sehr viel Sinn für schlichte Produktionen einschließlich einer klischeebeladenen Story kann man im Zweifel Gefallen an der Chose finden, doch man muss dafür in Kauf nehmen, wie wenig die brauchbare Grundidee am Ende hergibt. Denn da laufen nur noch Leute durch die Gegend (durch gleich aussehende Höhlengänge), taktieren mit dem Militär inwieweit ein Staudamm gesprengt werden sollte und überlegt sich, ob denn die Zeit ausreicht, um gute Freunde zu retten, was natürlich nur dem Helden zusteht.
Leider flachen die Geschehnisse auch für unbedarfte Gemüter ab Mitte reichlich ab und die wenig originelle Lösung des Problems vermag auch kaum mehr Interesse entlocken.

Niederträchtige Feuerschweife auf der Jagd, - das reicht zwar für ein paar amüsante Momente im ersten Drittel, doch umso mehr Soldaten dem Geschehen beigefügt werden, desto stärker bekommt man es mit einem austauschbaren, dröge ablaufendem Szenario zu tun.
Doof ist das Ganze zwar, aber im Gesamtbild nicht erheiternd genug, um eingefleischten Trash-Freunden entgegen zu kommen.
3,5 von 10

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