„Reason to Die“ ist ein recht harter B-Actionthriller, der zwar stimmig ist, aber Innovationen vermissen lässt.
Elliot Canner (Wings Hauser) ist knallharter Kopfgeldjäger, der Kautionsflüchtlinge wieder einfängt und dafür Honorare kassiert. Dabei geht er alles andere als zimperlich vor, wie bereits die Eingangssequenz beweist, in der Elliot einen halben Billardsalon zusammenkloppt. Könnte zwar spektakulärer sein, aber etabliert Elliot schon mal direkt als harten Knochen, der kein Problem damit hat, irgendwem ans Bein zu pissen.
Sein neuester Auftrag schickt ihn auf die Spur von Wesley Wilson (Arnold Vosloo), einem absolut durchgedrehten Schlitzer. Dieser ist nach dem Tod seiner Schwester, einer Prostituierten, vollkommen neben der Spur und ermordet haufenweise Nutten. Zwischendurch wurde er zwar gefasst, kam aber auf Kaution frei und kratze die Kurve. Ob derartige Gefangene tatsächlich eine Kaution bewilligt bekommen würden fragt man besser nicht, aber anders konnte man Fiesling und Gegenspieler scheinbar nicht aufeinander hetzen.
Elliot erfährt, dass Wilson ebenso wie er selbst als Söldner in Afrika war (keine Angst, hat keine echte Bewandtnis für die Handlung). Er folgt ihm dorthin in die Stadt Angelique, wo Elliot auch noch alte Freunde hat. Er folgt Wilsons Blutspur, doch er will ihn lebend fassen, um die Prämie zu kassieren, während die Gesetzeshüter den Tod des Killers wollen...
Besonders ist „Reason to Die“ eigentlich nicht, denn an sich wird hier nur ein Standardplot variiert. Statt des Polizisten ist hier nun mal ein Kopfgeldjäger auf der Jagd nach dem Nuttenmörder, auch wenn der Film an einer Stelle etwas mit dem Klischee spielt. Dieser wird natürlich auch von der örtlichen Polizei geschnitten, was die ganze Situation aber nur schlimmer macht. Erfrischend simpel und ehrlich ist die Tatsache, dass man den Mordplot nicht mit einer großen Verschwörung tarnt, sondern dieses von Anfang mit der Geisteskrankheit Wilsons nach seinem Verlust erklärt.
So bleibt hier die übliche Story, bei welcher der Verfolger das Muster des Killers entschlüsselt, dieser ihm mehrmals durch die Lappen geht, bis der Gute am Schluss einen Weg findet die Pläne des Killers zu durchkreuzen. Hinzu kommt noch die holde Maid in Not mittendrin (natürlich potentielles Opfer) und fertig ist der Standardplot. Da die Geschichte aber recht flott erzählt wird ist „Reason to Die“ spannungstechnisch immerhin Durchschnitt. Auch der extrem fertige Psychopath, der wirklich alles umlegt, was ihm auch nur ansatzweise in die Quere kommt, ist angesichts der harten Machart es Films nur ebenso konsequent wie der ruppig-dreiste Kopfgeldjäger, was dem Film einen erfrischend Hauch Kompromisslosigkeit verpasst.
Da das Budget selbst für B-Verhältnisse eher schmal zu sein scheint, muss man auf allzu spektakuläre Action verzichten. Dennoch ist der Film alles andere als zimperlich: Wilson schlitzt sich ziemlich explizit durch den Streifen und die Shoot-Outs sind wirklich extrem blutig und nett choreographiert, wenn auch eher unspektakulär. Etwas aufwendiger sind da nur die paar Verfolgungsjagden, die ein paar nette Autostunts bieten, auch wenn diese nicht unbedingt aus der Masse herausragen.
Arnold Vosloo überzeugt mal wieder als absolut sadistischer Psychopath, weshalb er auch später diverse Fieslingsrollen wie in „Harte Ziele“ oder „Die Mumie“ spielen durfte. Wings Hauser liefert eine seiner besseren Leistungen, auch wenn er selbst unter den B-Darstellern nie herausragend war. Die restlichen Darsteller sind allerdings bestenfalls Mittelmaß.
So bleibt ein formelhafter, aber dennoch ganz netter Actionthriller der Güteklasse B, der vor allem durch seine kompromisslose Art und die blutigen Schießereien überzeugt.