In vielerlei Hinsicht auf das Kommerz gerichtete, die Dinge unbedingt auf die Öffentlichkeit hinaustragen wollende Produktion, die im scheinbaren Zusammenprall äußerster Gegensätze und eben nicht der dokumentierbaren Realität den Bezug zum Publikum vertiefen möchte. Die Erzählung ist von Beginn an angelegt als ein Märchen, mit Vorwort, in dem von dem Ursprung des Glücks berichtet und so zugleich der Titel und die Vorgehensweise des Filmes gedeutet wird: Das kostbare Gut ist als Stern vom Himmel gefallen und bei der Ankunft auf der Erde in abertausend Einzelteile zersprungen, so dass Jeder, dies aber mehr oder minder und nie komplett die Chance ergreifen konnte, sich ein Stück ganz privaten Strahlens zu ergreifen. Look for a Star.
Dafür muss man allerdings etwas tun, etwas leisten, in diesen drei hier berichteten und im großen Zusammenhang verfolgten Geschehnissen auch zu etwas stehen. Sich nicht nur dem Gegenüber, in den man vollends verliebt ist, zu offenbaren, sondern dies Geständnis voll Angst und Hoffnung zugleich auch prompt vor der da draußen zuschauenden Welt kundzutun. Wirklich intim und klein ist fast Nichts in Look for a Star, wird selbst in normalerweise stillen Momenten nur selten ein persönliches Denken, Fühlen und Handeln für sich allein stehen gelassen, sondern vielmehr ein episches Medienspektakel offeriert. Die Welt schaut zu , verfolgt die offensichtliche Dramaturgie, die Vermischung des [wenig dar gebrachten und dann auch nur sehr dünnen] Komischen und des Tragischen, der Euphorie der Ungenauigkeit und ihre szenischen Effekte:
Während eigentlich als Kurztrip geplanten Businessaufenthaltes in Macau trifft der Milliardär Sam Ching [ Andy Lau ] zufällig die in seinem MGM Grand als Croupier einen Zweitjob ausführende Milan Sit [ erneut entnervend: Shu Qi ], die sich unwissend von seiner Identität und Vermögen in ihn verliebt, nach der Bekanntgabe allerdings vor einem Problem gestellt sieht. Nicht nur, dass der Tycoon zuvor ihre Kindheitsstätten auf- und nach Umgestaltung und somit Vernichtung mit Gewinn verkauft hat, auch ihr Gastspiel im Tanztheater von Sharky [ George Lam ] steht vor der Übernahme. Und trotz dem Versprechen, sie nicht ändern zu wollen, scheint der Gegensatz zwischen dem einfach aufgewachsenen, von Tante und Onkel [ David Chiang & Maria Cordero ] aufgezogenen provinziellen Mädchen und dem Joe Billionaire zu stark für die Liebe zu sein. Ähnlich ergeht es Sams Chauffeur und Vertrautem Tim Ma [ Dominic Lam ], der von diesem mit der allein erziehenden Mutter Shannon Fok [ Zhang Xin-yi ] verkuppelt sich nicht sicher sein kann, ob man es nicht bloß wie gemunkelt auf finanzielle Unterstützung abgesehen hat. Und Jo Kwok [ Denise Ho ], Sams Assistentin und gerade von ihrem vermeintlichen Freund Joseph [ Terence Yin ] im Stich gelassen, ist sich trotz offenkundiger Anzeichen ihrer Gefühle zum arbeitslosen Handwerker Lin Jiu [ Zhang Hanyu ] nicht so sicher. Ein gemeinsamer Auftritt der friends with money bei TV host Tommy [ Cheung Tat-ming ] in seiner "Follow your Heart" Sendung soll es richten.
Wo dort die Zuschauerschaft im Finale dreier ach so komplizierter Liebeleien und ihren eigenen absurden Gebaren frönen und auf ein Happy End romanzenhafter Empfindsamkeit bangen darf, verfolgt Regisseur und Produzent Andrew Lau ein weit anstrengenderes Ziel. Die Leute sollen vom Fernseher weg in die Kinos gelockt werden, pünktlich zu den Feier- und folgerichtig Urlaubstagen des Chinesischen Neujahres, am Besten in Familie und addierend in Scharen. Für das Gelingen wird eine Internationale Aufführungspraxis und ihre geistigen und materiellen Voraussetzungen sowie die Träume des Fabulierens und Dramatisierens adaptiert; waren auch die parallel immens erfolgreichen If You are the One [China] und Cape No. 7 [Taiwan] im Illusionismus ausgebildet, so bewahrte man dort doch den Unterschied zwischen Empfinden und Erkennen. Während hier in Umkehrung der ursprünglichen Tendenz geklotzt und nicht gekleckert und die vorgestellte Sache als Bestandteil einer riesigen Unterhaltungsbrache einschließlich Tabloids, Paparazzi und fortwährender SMS Kommunikation eher mit dem dumpfen Holzhammer unterrichtet als assoziativ verbunden wird. [Die stetige Einspeisung westlichen Pop-Einheitsbrei tut ihr Übriges.]
Dabei erwacht das Bewusstsein der gold-gelb frohlockenden Inszenierung und ihrer doppelten Vor- statt der menschlichen Verführung erst allmählich. Treten die Probleme des in Geld schwimmenden, davon handelnden und es in rauen Margen auch wieder einspielenden Werkes erst dann auf, wenn nach dem ersten Kennenlernen jeder der füreinander Geschaffenen die etwaigen Probleme zwischen Ihnen initiiert werden. In jedem der drei Fälle ist es weniger der [emotionale] Unterschied zwischen Mann und Frau, der Anlass zum Konflikt gibt, sondern in einfacher Antithetik rein der schnöde Mammon und damit ein schlichtweg unsinnlicher Gegenstand. Die Geschichten sind im Grunde gleich, auf den abstraktesten Nenner gebracht. Die armen Reichen. Man bangt sowohl um sein Geld als auch sein Ansehen in der breiten Gesellschaft. Gerade Sam, um dessen Person getreu seines zugkräftigen Darstellers die Begebenheiten als Rahmen und Mittelpunkt zugleich kreisen, fragt bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit zuerst seine Entourage anstatt sich selber; sogar die entscheidende Absicht einer etwaigen Heirat wird nicht etwa in trauter Zweisamkeit mit seinem davon noch unwissenden Herzblatt, sondern wie als Rückendeckung vor versammelter Mannschaft, schon eine komplette Hundertschaft bekannt gegeben. Nicht ohne, sich vorher und danach auch da vergewissert zu haben, dass auch Alle von der Mutter über die Exfrau[en] und der Firmenanwalt bis zur Belegschaft gewisses Mitspracherecht und besonders ihr Einverständnis gegeben haben.
Stimmungsmäßiger, wenn auch die Zweckgebundenheit bzw. Belanglosigkeit ebenfalls sichtbar machend und für das Macau-Setting ausgesprochen rar in das Bild genommen sind dann schon die Außenaufnahmen der ehemaligen Kolonie. Auch wenn Vieles bei geschlossenen Türen und wenig off stage konkretisiert wird, ob nun über den Wasserweg aufgenommene Skylineaufnahmen der Metropole hin zu beschaulichen Fischrestaurants und angenehm isoliert-abgedunkelten Nachtclubs wird zumindest die Form eines spürbaren Lebens erreicht, die die Darsteller in ihrem recht mittelprächtigen Spiel samt überkonstruierter Nebeneinanderreihung im materialistischen Genießercharakter nicht erreichen können.