Review

„When I go berserk, you´re better off dead”

Ja ja, mit dem Killer aus „Watch me When I Kill“, dem ersten Giallo Antonio Bidos ist nicht zu spaßen.
Der auch unter dem Alternativtitel „The Cats Victims“ bekannte, 1977 veröffentlichte Film
ist ein typischer Genrevertreter und stellt zudem Bidos erste Regiearbeit dar.
Ein Umstand, der mehr als einmal während der Spielzeit deutlich wird - Denn teilweise wirkt der Streifen doch recht hanebüchen.
Doch dazu später mehr.

Bevor der Film startet begrüßt den Zuschauer gleich ein ganz besonderer Gast: Regisseur Antonio Bido höchstselbst. Der unterstützt die Neuauflage seines Erstlingswerkes der britischen Firma Shameless nämlich voll und ganz. Kein Wunder, der Giallo-Fan erhält jetzt nämlich endlich eine ordentliche, der Vision des Schöpfers entsprechende und vor allem komplett ungeschnittene Version dieses in der Masse der 70er Jahre Gialli etwas untergegangenen Films.

Zunächst mal zur Handlung:
Die schöne Mara ( Paola Tedesco) hat aber auch wirklich Pech. Sie wird von starken Kopfschmerzen gepeinigt.
Doch baldige Rettung in der Form einer nahe gelegenen Apotheke naht schon.
Leider stellt sich alsbald heraus, dass Migräne ihr geringstes Problem ist.
Kaum dass sie die Arzneimittelhandlung betreten will, hält ihr eine unbekannte Person die Tür von innen zu und zischt mehr als unfreundlich, dass sie sich gefälligst aus dem Staub machen soll.
Es stellt sich heraus, dass in der Apotheke ein grausamer Mord verübt wurde.
Mara hat den Killer auf frischer Tat ertappt.
Sie ist so unfreiwillig zur Zeugin geworden - zumindest nimmt das der Mörder an- der sie von nun an auf Schritt und tritt verfolgt um sie möglichst rasch um die Ecke zu bringen.

Fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker - oder wie war das?

Der Killer bricht nachts in Maras Wohnung ein, nur knapp kann sich die junge Frau in Sicherheit bringen.
Ein ganz schöner Schock jedenfalls.
Darauf erst mal einen J & B.
Zum Schutz quartiert sie sich bei ihrem ketten rauchenden Bekannten Luca ein.
Doch auch der Alkohol und ihr Chauvi-Freund können ihr wenig Sicherheit vor dem geisteskranken Stalker bieten.
Mara schlittert so immer tiefer in einen blutigen Alptraum, der gut und gerne dem Hirn Argentos entstammen könnte…..

Wo wir schon mal beim Großmeister des Giallo, dem Dario, sind.
Bidos Film ist von Beginn bis ganz zum Schluss eine Verneigung vor dem großen Vorbild und Genrestilisten.
Die ganz große Klasse der wegweisenden Genreweke wird dabei jedoch nicht erreicht.
Yoda würde da vermutlich sagen:„Viel zu lernen du noch hast, mein junger Schüler“.


Man muss zwar fairerweise zugeben, dass sich Bido redlich bemüht seinem Idol zu entsprechen - ganz klappt das dann aber eben doch nicht.
Letztlich erwartet das aber auch vermutlich keiner. Der Film ist unterhaltsam und der eigentliche Spaß für den Genreliebhaber besteht sowieso im munteren Zitateraten- „Ah, das war doch aus…“ oder „Genau, wie bei der Szene in „Die neunschwänzige Katze“, wo…“
Wer also schon ein paar Argentos genießen durfte, wird auch mit Bidos Film seine Freude haben.

Selbst die Musik ist an den Score der frühen Argento-Werke angelehnt.
Goblin lässt grüßen- Die waren natürlich zu teuer. Eine Combo namens „Trans Europe Express“ ( nicht mit dem „Trans Siberian orchesttra“ zu verwechseln) sprang als „Ersatz“ ein. Di klingen dann halt ebenfalls wie eine günstige Version der Kobolde.

Letztlich ist „Watch Me When I Kill“ sicherlich etwas zu wenig eigenständig. Die originellen Plottwists und gut aufgelegten Darsteller machen aber einiges wieder wett:
Ein solider Thriller, der besonders optisch zu überzeugen weiß.

7/10

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