Review

Inhalt:
Eine Tänzerin wird Zeugin eines Mordes, ohne dabei den Täter zu erkennen und wird fortan von dem Schlingel bedroht. Sie schaltet ihren Freund ein, der sich in die Sache reinhängt und mittels eines Tonbandes mit mehreren Geräuschen versucht, die Identität des Killers zu lüften. Auch dieser ist nicht faul und geht weiter seiner Arbeit nach.


Kritik:
Dies ist Antonio Bidos, der mich mit seinem zweiten Film "Blutiger Schatten", der ebenfalls in der X-Rated Italo-Giallo-Serie erschienen ist, sehr angenehm überrascht hat, Erstling (ich sollte aufhören, die Sätze so zu verschachteln). Doch ich nehms vorweg: Dieser Streifen kann nicht in der Art überzeugen, wie sein Zweitling.

Die Story an sich ist in Ordnung. Stellenweise finde ich die Ermittlungen unseres Helden zu langatmig bzw. zu eintönig. Er hangelt sich von einem Gesprächspartner zum nächsten, wobei ansonsten wenig passiert. Die Idee mit dem Tonband, auf dem sich mehrere Geräusche befinden und welches Anhaltspunkte zur Ergreifung des Mörders liefert, gefällt mir besonders. Was es genau damit auf sich hat, wird erst am Ende klar.
Apropos, das Ende und somit die Identität des Bösewichtes und sein Motiv sind zwar unvorhersehbar und, ich sag mal überraschend, aber irgendwie fehlt der große Oh-Wow-was-für-eine-geniale-Idee-Effekt, wie er bei mir bei "Blutiger Schatten" aufgetreten ist.

Was ist noch wichtig bei einem guten Giallo? Genau, die Inszenierung der Morde. Doch auch hier gibt es wenig überragendes. Lediglich die minutiöse Erwürgung des Badenden zum Klange operaler Klänge bietet ein Highlight. Ansonsten erscheinen die Morde lieblos heruntergefilmt und beschränken sich auf Haue und Geschnitze. Die Tötung der Frau im Ofen lockt auch niemanden hinter selbigem hervor (strike!). Das kann man z.B. in "Absurd" nervenaufreibender begutachten.

Die Musik wiederum finde ich sehr gelungen, auch wenn "Profondo Rosso" hier ganz offensichtlich Pate gestanden hat. Schade finde ich, dass das beste Stück des Films bei so gut wie jedem Mord eingespielt und somit zu sehr verpulvert wird. Nur bei der bereits erwähnten Badewannenszene greift man zur Abwechslung mal zu einer Operette, was sehr gut passt.

Wenn man nicht wüsste, dass dieser Film vom selben Regisseur wie "Blutiger Schatten" gedreht wurde, könnte man es doch an einer Stelle merken. Und zwar hat Antonio Bido mal wieder eine lustige Szene eingebaut, in der eine von rechts ins Bild tretende Person für Laune sorgt. Diesmal ist es kein kultiger Zieharmonikaspieler, sondern ein Radfahrer. Ich hab mich wieder königlich amüsiert, auch wenn sogar hier die Freude bei "Blutiger Schatten" größer war.

Insgesamt ist dies ein durchschnittlicher Giallo, den man sich einmal gut angucken kann, aber der einem sicherlich nicht allzulange im Gedächtnis bleiben wird.

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