Review

Jung-Regisseur Marcel Walz hat bereits einige brauchbare Streifen abgeliefert und sich dabei annähernd kontinuierlich gesteigert. „Tortura“ und „La Petite mort“ brachten gute Ansätze und man hatte stets das Gefühl, dass mit höherem Budget deutlich mehr drin wäre.
Mit diesem Slasher im Dämonenbereich geht er jedoch deutlich einen Schritt zurück, denn der Story fehlt es an vielen Ecken und Enden.

Ein Internat in Süddeutschland: Kurz vor den Schulferien verschwindet eine Freundin aus der Clique von Maria (Sandra Fleckenstein), was die Truppe sichtlich nervös macht.
Bald darauf geht ein Kommissar der Vermisstenmeldung nach und befindet sich zusammen mit den Schülern im Internat, als ein merkwürdiges Mädchen mit einer Rasierklinge auftaucht…

„Die gemiedene Außenseiterin“ schießt es einem gleich durch den Kopf, denn die Geschichte von Rache und Genugtuung und dem Geist in einem unzerstörbaren Körper kommt einem spätestens seit „Ring“ und „Grudge“ recht bekannt vor.
In diesem Fall ist es ein Goth-Girl, Samantha, wie wir später erfahren. Ihr Schicksal ist unzertrennlich mit dem der Schulleiterin (Manoush) verbunden, - was es mit den übrigen Schülern auf sich hat und worin genau das Motiv tödlicher Rache liegt, erschließt sich hingegen nicht so ganz, ebenso wenig, was das mit den violetten Luftballons als Vorankündigung zu tun hat.

Leider geht Walz diesmal nicht allzu deftig zur Sache, - Kehlenschnitt, Kopfschuss, Säure im Gesicht und ein Nietenband in Augenhöhe um den Kopf gehalten bieten nicht viel Explizites und auch die Qualität der Effekte schwankt arg.
Gleiches gilt fürs übrige Handwerk: Kamera sauber, Score in Ordnung, nur der Ton ist zuweilen übersteuert und die Beleuchtung zu gering, zumal die etwas blassen Farben eine leuchte Klötzchenbildung bei dunkleren Szenen zulassen.

Deutlich positiver fällt die Kritik gegenüber den Darstellern aus: Sandra Fleckenstein sieht nicht nur toll aus, sondern verkauft sich in ihrer ersten Hauptrolle durch und durch überzeugend und empfiehlt sich für weitere, durchaus anspruchsvollere Rollen außerhalb einer Scream-Queen. Auch die übrigen Mimen agieren überwiegend glaubhaft, einzig einige Dialoge wirken zum Teil ein wenig improvisiert und beinhalten manchmal eine fehlerhafte Grammatik, was im Fall von Manoush schon eher wundert.

Leider fehlt dem Treiben nach dem ersten Ableben ein wenig Drive, bevor es erst zum Finale spannend und temporeich zugeht. Bei einigen Szenen kommt das fehlende Gespür für wesentliche Momente durch, besonders bei Abläufen des Alltäglichen muss stärker gestrafft werden, während man sich für etwaige Verfolgungssequenzen deutlich mehr Zeit nehmen sollte, - schließlich befinden wir uns beim Slasher und nicht beim Highschool-Drama.
Ferner bildet ein Flashback das Ende des Showdowns, was man besser in Parts gesplittet hätte, um den erklärenden Teil bis zum Schluss aufzubewahren, - so mangelt es während des Finales an Hintergründen und Motiven der Mordenden, welche erst hinterher geliefert werden.

Dennoch macht Marcel Walz im Gesamtbild keinen schlechten Eindruck mit seinem Film über Ableben im einsamen Internat und dem Gothic-Girl mit den weißen Pupillen und den mörderischen Absichten. Darstellerisch ist es sein bislang bester Streifen, nur die Story leidet unter zu vagen Zusammenhängen, deren Aspekte sich im Bezug auf den Titel erst spät erschließen.

„Popular“ wirkt zu austauschbar und oberflächlich, um markant zu erscheinen, macht aber zumindest nicht den Fehler, die Hälfte der Laufzeit mit unnötigen Sex-und-Drogen Exzessen zu füllen.
Passabel also, doch eingefleischte Genrefans sollten im Gewaltbereich nicht allzu viel erwarten und sich darüber im Klaren sein, es immer noch mit einer Produktion aus dem Independent-Bereich zu tun zu haben.
5 von 10

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