Review

Stichwort Troma. Na, klingelt´s?
Natürlich. Eigentlich können nur die durchgeknallten Typen der berühmten Trashschmiede auf einen so vielsagenden Titel kommen.
Die Zusammensetzung verspricht zumindest, Motorradbräute und Zombietreiben zu einer kleinen Trashperle zu verschmelzen, die mit skurrilen Einfällen und grotesken Situationen aufwartet. Doch leider gehört „Chopper Chicks“ nicht gerade zu den kurzweiligen Beiträgen Tromas.

Bis beide Gruppen, die Zombies und die Chicks, aufeinander treffen, vergeht leider über die Hälfte der Laufzeit und man fragt sich lange, was der Blödsinn ohne erkennbar roten Faden eigentlich soll.
Da werden planlos Szenen in die Runde geworfen, wie die acht Bikerbräute auf dem Highway unterwegs sind und im Wüstenkaff Zariah halt machen, wie ein irrer Bestatter die Leiche im Sarg mit Sandsäcken austauscht und wie ein Junge die örtliche Mine betritt und somit den Untoten freien Ausgang gewährt.

Anstatt die Untoten rasch zuschlagen zu lassen, werden diese immer mal wieder zu den nervigen Klängen einer Polkamelodie eingeblendet, - der Weg von der Mine bis zur Stadt ist offenbar weit und die Kreaturen bewegen sich lahmarschig - und so muss man lange mit den Aktivitäten der Chicks vorlieb nehmen.
Allzu viel Erotik strahlen diese Tussen gegenüber den leicht positiven Erwartungen jedoch nicht aus. Austauschbare Gesichter in unvorteilhaft sitzender Leder – oder Jeansmontur und vollen Lockenmähnen, die auch nur in den 80ern erlaubt waren.
Doch die Charaktere entfalten sich – für Tromaverhältnisse – als recht substanzlos und langweilig. Da gibt es die lesbische Anführerin mit großer Klappe, eine Rothaarige, die den übrigen ihre Ehe mit Billy Bob Thornton (seine erste Rolle!) verschwiegen hat, eine ehemalige Hure und eine Möchtegern-Musikproduzentin.
Da entsteht einstweilen viel Zwischenmenschliches, von dem man an dieser Stelle eigentlich gar nicht so viel mitbekommen möchte.

Und wenn dann schon mal schräge Figuren im Mittelpunkt stehen, nerven sie mit überstrapaziertem Slapstick und Overacting, wie der Bestatter, der für das ganze Zombietreiben verantwortlich ist.
Erst, als die Dorfbewohner den Chicks mit Gewehren drohen und kurz darauf eine dem irren Bestatter in die Fänge gerät, kommt erstmals etwas Bewegung mit Sinn in die Sache.

Die zweite Hälfte gestaltet sich dann deutlich straffer. Da schlagen endlich die Zombies zu, belagern einen Bus mit blinden Waisenkindern, während die Chopper Chicks ihr gutes Herz zeigen und einen Säugling vorm sicheren Zugriff der Untoten bewahren.
Aber auch hier geht es nie detailliert zur Sache, zwar rollen gegen Ende ordentlich Köpfe und es explodieren auch einige Gebäude, doch der Gorehound dürfte mit dem Gesamtergebnis alles andere als zufrieden sein.

Zumindest konnte man ein paar wenige humorvolle Szenen unterbringen, wie den untoten Dorfsheriff, der sich nach Meinung seines Sohnes einfach nur unauffällig und wie gewohnt bewegen soll.
Andere Gags zünden wiederum überhaupt nicht, weil sie entweder einfach nur platt sind oder schlecht getimt eingebaut wurden.
Dass die Darsteller bis auf wenige Ausnahmen eher passabel agieren und nachvollziehbare Emotionen zeigen, mag man wohl ebenfalls eher als Manko eines Trashfilms betrachten.

So zündet dieser Tromabeitrag von Beginn an nicht, weil er durch ein planloses Hin und Her kaum Zugang gewährt. Sind dann die Zombies endlich aktiv, mangelt es an Pepp, zündenden Ideen und auch blutigen Effekten.
Zwar gibt es weitaus belanglosere Trashbeiträge von Troma, doch als kurzweilig, abgedreht und erfrischend gestaltet sich diese Biker-Tour beileibe nicht.
Billigfilm ist nicht gleich Billigfilm, bei Troma schon lange nicht…
3 von 10

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