Review

Mein folgendes Review bezieht sich hauptsächlich auf die 50 Minuten längere Redux Version:
Zur Handlung muss man eigentlich nicht viel sagen. Der Soldat Willard bekommt den Auftrag, den verrückt gewordenen Colonel Kurtz in Kambodscha zu eliminieren, weshalb er mit ein paar Leuten auf einem Boot einen Fluss ins Landesinnere folgt und dabei verschiedene Episoden des Kriegsgeschehens miterlebt.
Dieser Film ist der Hammer! Einer der besten Antikriegsfilme überhaupt, wobei er seine Kraft nicht aus blutigen Actionszenen sondern aus den vielen kleinen Episoden während der Reise bezieht und so die Grauhenhaftigkeit und Sinnlosigkeit besser darstellt. Um gleich mal ein paar Beispiele zu nennen: An einer Stelle des Films zerstören Amerikaner im Hintergrund ein vietnamesisches Dorf, während im Vordergrund ein Pfarrer wie in einer normalen Messe mit ein paar Leuten Gott dankt und betet. Oder an einer anderen Stelle bekommt ein Soldat eine Kasette von seiner Mutter, die ihm auf dieser dankt, dass er dem Land dient und ihn bittet, weiter zu kämpfen und immer schön den Kugeln auszuweichen. Während diese Kasette im Hintergrund läuft, wird genau dieser Soldat getroffen und verblutet.
Man kann diesen Film eigentlich mit einem Wort passend beschreiben: Irrsinn! Das die einzelnen Stellen teilweise so überzogen sind, dass es fast schon wie eine Satire wirkt ist notwendig, da man sonst den Wahnsinn nicht begreifen würde.
Die Kameraarbeit und Regie im Film ist perfekt. Es gibt viele Monumentale Bilder und die Beleuchtung ist eine Klasse für sich, genauso wie der Schnitt. Musik wird relativ spärlich, aber sehr effektvoll eingesetzt.
Die Schauspieler sind in Apocalypse Now aller Kritik erhaben und hätten eigentlich haufenweise Oscars verdient. Besonders hervorzuheben währen meiner Meinung nach Martin Sheen, der herrlich verrückte Dennis Hopper und der genauso verrückte Robert Duvall.
Nun komm ich zum schwierigsten Punkt des Filmes: die Länge. Er war schon in der Kinoversion ziemlich lang, aber in der Redux Version schlägt er sogar mit 3 1/4 Stunden zu buche. Da er von vielen monumentalen, langsamen Aufnahmen und den Gesprächen der Darsteller lebt, ist diese Länge notwendig. Allerdings ist er ein sehr anspruchsvoller Film, weshalb er nicht für alle Zuschauer zu empfehlen ist (da die meisten auch mit falschen Erwartungshaltungen rangehen). Ich würde jedem empfehlen, sich zur "Einstimmung" ersteinmal die Kinoversion anzuschauen und sich bei Gefallen dann die Reduxversion zu besorgen.
Fazit: Ein schwieriges, zeitloses Meisterwerk!
10/10

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