Nachdem sich die junge Faith von ihrem brutalen Freund getrennt hat, glaubt sie, dass ein kompletter Neuanfang in ihrem Leben die beste Lösung sei. Als sie Lola kennenlernt und diese ihr anbietet einige Zeit bei ihr auf der Farm ihrer Eltern zu verbringen, sagt sie umgehend zu. Faith beobachtet, dass Lola mit ihrer Familie, und insbesondere ihrem Vater, Probleme hat, möchte sich aber nicht in diese Angelegenheiten einmischen. Zusammen mit ihrer neuen Freundin macht sie viel lieber nachts die Kneipen und Clubs unsicher, wobei sich Lola als offenbar sexuell sehr aktiv darstellt. Nahezu jede Nacht bringt sie einen anderen jungen Mann mit zu sich nach Hause, der am nächsten Tag wieder fort ist. Doch Faith wird misstrauisch: Verlassen diese Männer wirklich die Farm am nächsten Morgen wieder oder schwebt ein dunkles, unvorstellbares Geheimnis über Lolas Familie?
Hier hat man es einmal mehr mit einem Film zu tun, bei dem einen das DVD-Cover in eine falsche Richtung lenken kann, denn ist dieses doch ziemlich reisserisch dargestellt und wird in so manchem Zuschauer die Hoffnung erwecken, es mit einem äusserst harten Horrorfilm zu tun zu bekommen. Diese Hoffnung ist jedoch leicht trügerisch, denn offenbart sich doch vor allem in den ersten gut 60 Minuten vielmehr ein Drama, das erst in der letzten halben Stunde mit einigen Horror-Elementen angereichert wird. Auch wenn in der ersten Stunde des Geschehens eigentlich recht wenig passiert und sich die Geschichte hauptsächlich mit den beiden Hauptcharakteren Lola und Faith beschäftigt, die beide nicht gerade vom Leben begünstigt wurden, so hat das Szenario doch seinen ganz eigenen Reiz und übt eine ganz eigenartige Faszination auf den Zuschauer aus, obwohl man sich gar nicht so genau erklären kann, woran das im Endeffekt liegt.
Vielleicht liegt es ganz einfach an der geheimnisvollen Person der Lola, bei der man von Beginn an denkt, das sie ein Geheimnis verbirgt, oder auch nur an der alten Farm, auf der sie lebt und die eine schon mysteriöse Aura umgibt. Hinzu kommen auch noch Lolas Vater und ihre zwei Brüder, die immer wieder wie nebensächlich durch Kurzauftritte in Erscheinung treten, von denen man aber nie so richtig weiss, welche Bedeutung sie für das Gesamtbild der Geschichte haben. So wird man also in erster Linie mit den beiden Mädchen konfrontiert, bei denen sich scheinbar eine echte Freundschaft entwickelt, bei der es aber auch immer wieder zu kleineren Meinungsverschiedenheiten und Streitereien kommt, aus denen man erst einmal nicht so richtig schlau wird.
Auch wenn sich das Ganze jetzt vielleicht nicht extrem spannend anhört, ist es aber doch gerade ein sehr gelungener Spannungsaufbau, der insbesondere in den ersten beiden Dritteln des Filmes zum Vorschein kommt, bevor sich dann die angestaute Spannung im letzten Drittel fast schon auf fulminante Art so richtig entladen kann. Das Geschehen nimmt eine Wendung an, die man so nicht unbedingt vorhersehen konnte, da die eigenen vermutungen doch viel eher in eine etwas andere Richtung tendiert haben. Hinzu kommt die Tatsache, das die geschichte mit einemmal gehörig an Tempo zulegt und auch der härtegrad rapide in die Höhe schnellt, was man schon fast nicht mehr für möglich gehalten hat, da in den ersten 60 Minuten in dieser Beziehung eher tote Hose geherrscht hat. Nun ist es zwar nicht so, das jetzt ein feuerwerk an Splatter-und Gore Szenen stattfinden würde, aber es gibt schon so manch fiese und auch blutigere Passage zu begutachten.
Was mich persönlich am letzten Drittel des Filmes etwas gestört hat, sind die etlichen Haken und Wendungen, die das Geschehen bereithält. Abwechslung und Überraschungsmomente sind ja schön und gut, doch wie oft es in der letzten Phase der Story hin-und her geht, das ist schon etwas zu viel des Guten. Hier wäre vielleicht sogar weniger etwas mehr gewesen, so das die letzten Minuten schon etwas überladen wirken. So wird man stellenweise das Gefühl nicht ganz los, das Regisseur Stewart Hopewell die Versäumnisse der ersten 60 Minuten nachholen wollte, indem er den rest des Filmes mit Ereignissen und Tempo vollädt.
Letztendlich aber ist "Slaughter" in seiner Gesamtheit ein durchaus gelungener Genre-Beitrag, an den man aber mit den richtigen Erwartungen herangehen sollte. Es erwatet einen keinesfalls eine Schlachteplatte, wie das DVD-Cover eventuell vermuten lassen könnte, sondern vielmehr ein recht gelungenes Drama mit Anleihen aus dem Horror-Genre, die sich aber erst relativ spät zu erkennen geben. Auf jeden Fall aber handelt es sich um einen Film, der kurzweilig und äusserst spannend unterhalten kann und zudem noch ein äusserst fieses Ende bereithält.
Fazit:
Gorehounds werden hier sicherlich eher enttäuscht sein, denn "Slaughter" bietet keinesfalls ein Schlachtfest, das sich so manch einer vielleicht erwartet hat, dafür aber eine spannende Geschichte mit einigen doch überraschenden Wendungen, die man in der Art nicht zwangsläufig vorhersehen kann. Solide Darsteller tun ihr Übriges, um ein insgesmt doch recht überzeugendes Gesamtbild zu präsentieren, das man sich jederzeit gut anschauen kann.
6,5/10