Laut dem Glauben einiger amerikanischer Ureinwohner ist der Wendigo ein Gestaltenwandler mit einem Herz aus Eis, welcher überwiegend im Wald haust und ansonsten im Menschenkörper lebt, also vergleichbar mit einem Werwolf. Der Wendigo hat es im vorliegenden Fall hauptsächlich auf lüsterne Teens abgesehen, größtenteils auf solche, die dem Zuschauer bereits nach wenigen Minuten völlig gleich sind.
Sheriff Harry Bailey (Dean Cain) war einst Profiler beim FBI, doch er kündigte seinen Job und lebt nun mit seiner siebzehnjährigen Tochter Pearl in einem ländlich gelegenen Kaff und hat selten etwas zu tun. Dies ändert sich, als einige verbrannte und zerstückelte Leichen gefunden werden und der Killer offenbar kein Mensch ist…
Da haben wir mal wieder den Salat: Der vermeintliche Held Harry macht sich als überbehütender Dad gleich beim Publikum unbeliebt, die Teens mit latenten Gedankengut an vorehelichen Sex stehen zu lange im Mittelpunkt, während der Wendigo wiederum zu lange im Hintergrund agiert. Nach der ersten halben Stunde ist bereits völlig die Luft raus, da ein paar Albträume, Visionen eines Profilers und ein wenig nackte Haut nicht unbedingt das sind, was man in einem Monsterfilm vordergründig erwartet.
Über das Fabelwesen erfährt man indes nicht allzu viel, auch wenn Harry ein wenig im Internet recherchiert und im Verlauf noch ein Insider Informationen preisgibt. Viel zu sehen gib es vom selbigen jedoch auch nicht, denn meistens tritt es nur kurz in der zu gering ausgeleuchteten Nachtumgebung auf und schlägt ein paar Mal blutig zu. Die Goreeffekte sind allerdings minimal, denn bis auf ein paar offene Wunden ist nichts Explizites auszumachen.
So geht die Chose relativ einseitig vonstatten: Harrys Visionen und Alpträume wechseln sich mit dem unanständigen Treiben der Teens ab, während man die schwachmatische Synchro zum Teufel wünscht und den fast nicht vorhandenen Score gleich mit.
Es stellt sich final lediglich die Frage nach der menschlichen Identität des Wendigo, was zum Showdown einigermaßen temporeich, jedoch gleichermaßen unspektakulär beantwortet wird.
Ein kleiner Abschlussgag bewirkt allenfalls noch ein müdes Schmunzeln am Ende des ansonsten völlig humorfreien Treibens.
Monsterfilme können trotz minimalem Budgets durchaus charmant und unterhaltsam wirken, doch Regisseur und Co-Autor Michael Emanuel lässt weder seine Figuren, noch das Monster interessant erscheinen. Ein paar Recherchen, einige unspektakuläre Angriffe in dem ansonsten kaum spannenden Werk sorgen spätestens ab Hälfte der Laufzeit dafür, nur noch mit einem Auge bei der Sache zu sein.
Hätte man den Wendigo besser im Umfeld eines Puffs toben lassen, dann hätten wir einen Kurzfilm, der nach fünfzehn Minuten mit wahrscheinlich mehr Unterhaltungswert über die Bühne gegangen wäre, - so bleibt ein zäher Streifen, den man am nächsten Tag völlig zu Recht wieder vergessen hat.
3 von 10