Shapiro Glickenhaus Entertainment produzierte in den 80ern und 90ern so einiges an derben Actionfilmen, wobei „One Man Force“ nicht mit solchen aus diesem Hause stammenden Werken wie „McBain“, „Back in Action“ oder „Tough and Deadly“ konkurrieren kann.
Es beginnt mit einem Barüberfall, der sich jedoch genretypisch bald als Übung herausstellt – hier von dem Cop Jake Swan (John Matuszak) und seinem Partner Pete (Sam Jones) initiiert, Ausnahmsweise mal kein Training von höherer Stelle, aber das mindert das Klischee auch nur geringfügig ab.
Genauso stereotyp geht es dann auch weiter: Jake und Pete verfolgen einen Hinweise ohne Genehmigung ihres Chefs McCoy (Ronny Cox), geraten in Schießerei mit den Gangstern, wobei es Pete hinrafft. Jake ist am Boden zerstört, macht sich Schuldgefühle und kriegt vom Chef auch noch Mecker, damit auch ja kein Klischee ausgelassen wird.
Doch das spornt Jake an, die Mörder zu suchen und auf eigene Faust zu ermitteln. Suspendierung macht ihm dabei nichts aus, denn Rachsucht ist natürlich wichtiger als das Befolgen von Vorschriften...
Was dann folgt, ist wenig aufregend, denn die Story verläuft nach altbekanntem Muster, das durch diverse Klischees und Stereotypen noch vorhersehbarer wird. Verräter im Department erkennt man an der Nasenspitze, allenfalls die Motive bieten eine Miniüberraschung, ansonsten folgt Jake halt Hinweisen und muss immer mal wieder seine Haut vor Mordanschlägen retten. Sonderlich komplex sind die Ermittlungsarbeiten nicht, das übliche Belauschen und Zeugen befragen, insofern ist „One Man Force“ als Krimi nicht sonderlich spannend.
Ebenfalls reichlich uninteressant ist der Subplot um Barbesitzerin Shirley (Sharon Farrell) und ihren Sohn, denen Pete sehr nahe war. Also wird Jake immer mehr zu deren Bezugsperson, was „One Man Force“ ganz unsubtil zeigt, indem Jake Shirley tröstet, Sohnemann hingegen beibringt den Schulbullys kräftig was auf die Moppe zu hauen. Vom echtem Drama ist das noch meilenweit entfernt und bremst den Standardplot noch weiter aus.
Hauptaugenmerk liegt bei dieser Art von Film aber auf der Action und auch da kann „One Man Force“ nur teilweise punkten. Es wird geschossen, geprügelt und verfolgt, jedoch sind die Actionszenen kurz und dünn gesät – im Finale muss Jake schlappe vier Übelwichte platt machen. Die Inszenierung der Action ist OK, wenngleich nicht außergewöhnlich. Schick die Explosionen, wobei vier kurze Szenen als Stock Footage Jahre später für das Finale aus „Tough and Deadly“ aus gleichem Hause benutzt wurden, was aber dort nicht auffiel.
Kuriositätenwert verdient „One Man Force“ aber für die Prügelszene in der Freakdisco, in der Jake sich mit Tunten, Punks und einem an einer Kette gehaltenen Kleinwüchsigen prügelt, während im Hintergrund flippige 80er Jahre Mucke gespielt wird. Den Geist dieser Zeit atmet „One Man Force“ zwar die ganze Zeit über, vor allem was die musikalische Untermalung angeht, aber nie schlägt sich das dies so sehr nieder wie in jener Szene, die durchaus Charme hat.
John Matuszak ist ein echter Koloss, sodass er vom Format genau in die Rolle passt, wenn er Kühlschränke oder Getränkeautomaten als Waffen benutzt, schauspielerisch ist jedoch wenig talentiert und kann wenig überzeugen. Sam Jones ist nur kurz dabei, Sharon Farrell spielt recht mittelmäßig. Ronny Cox, Charles Napier und Richard Lynch veredeln die Chose in Nebenrollen, der Rest der Darsteller agiert durchschnittlich.
„One Man Force“ hat den Charme der 80er und wenige, nette Actionszenen zu bieten, aber das reicht nicht aus. Zu lahm und ausgelutscht der Plot, zu dünn gesät der Krawall: Dank der genannten Pluspunkte noch unterer Durchschnitt, aber wenig aufregend.