Unser übergewichtiger Workaholic brachte es letztes Jahr auf vier Filme, wobei Steven Seagal mit "Driven to Kill" vorerst einen neuen Höhepunkt gesetzt hat. "The Keeper" kommt da nicht ran, auch wenn man mit Keoni Waxman (Highwaymen, The Sweeper) einen brauchbaren Regisseur gewinnen konnte. Zumindest ist er besser gelungen als Jean-Claude van Dammes Bodyguard-Auftritt in "The Hard Corps".
Roland Sallinger (Steven Seagal) lebt für seine Arbeit, doch nachdem er von seinem eigenen Partner niedergeschossen wurde, wird er in den Ruhestand geschickt. Jedoch bekommt Roland nach seiner Genesung schnell wieder etwas zu tun, denn er soll in Texas die Tochter eines guten Freundes beschützen. Früher arbeiteten sie zusammen, doch heute ist aus Connor Wells (Steph DuVall) ein einflussreicher Geschäftsmann geworden. Dadurch hat er seine Tochter Nikita (Liezl Carstens) in Gefahr gebracht. Denn der Gangster Jason Cross (Luce Rains) braucht ein Druckmittel, um Connor zu erpressen. Auch Roland gerät bei diesem Job an seine Grenzen.
Steven Seagal als Bodyguard, zumindest scheint er selbst davon überzeugt gewesen zu sein, denn er fungiert hier als Produzent. Irgendwie kommt es mir aber so vor, als hätte er seit "Driven to Kill" wieder ein wenig zugenommen, trotzdem muss man schon intensiv suchen, um mal ein Double zu erhaschen. Größtenteils ist Steven hier selbst präsent und spult seine Rolle routiniert und charismatisch herunter. Leider bietet "The Keeper" nur eine Story vom Reißbrett und ist somit extrem vorhersehbar. Zu Beginn wird man an "Hard to Kill" erinnert, denn Roland und sein Partner nehmen eine Gang hoch. Doch sein Partner hat das Dollarzeichen in den Augen und schießt Roland über den Haufen. Der überlebt schwerverletzt, doch es gelingt Roland seinen Partner im Krankenhaus zu erschießen, als der seine Arbeit vollenden will. Für diese Szene ist Übertreibung kein Ausdruck, war Roland doch vorher im Koma gelegen. Aber seine Genesung schreitet schnell voran und schon kommt der Hilferuf seines langjährigen Kumpels Connor. Dazu muss Roland nach Texas, wo er üblicherweise schnell der Polizei ins Auge fällt und sich gleich mal eine kleine Keilerei mit ein paar finsteren Gestalten liefern darf.
Auch der weitere Verlauf ist alles andere als aufregend. Connors Villa wird abgesichert und Roland freundet sich recht schnell mit Nikita an. Ausserdem stehen die Übeltäter ziemlich schnell fest, Überraschungen sind hier Fehlanzeige. Leider mangelt es dem Geschehen an Action. Zwar darf Steven zwischendurch mal kurz die Fäuste fliegen lassen, aber die richtigen Actionszenen spart man sich für die letzte halbe Stunde auf. Hier darf man einige Shootouts und eine Autoverfolgungsjagd bewundern, alles ohne richtige Höhepunkte, aber ordentlich gemacht. Obendrein sind die Schusswechsel ziemlich blutig geraten, kein Bad Guy geht hier zu Boden ohne nicht einen blutigen Einschuss kassiert zu haben. Die kurzen Zweikämpfe sind leider etwas hektisch geschnitten und meist sehr kurz. Nur im Finale bekommt Steven einen etwas längeren Endkampf spendiert. Zuschlagen und Knochen brechen kann er immer noch. Auch scheint man dem Ostblock vorläufig den Rücken gekehrt zu haben, gedreht wurde wieder in Mexiko, die Landschaft ist Texas recht ähnlich. Und Waxman versteht es wirklich gut, auch karge Locations sehr stylisch in Szene zu setzen, so sieht "The Keeper" stets teurer aus, als er war.
Unterhaltsame Bodyguard-Variante, die mehr Action vertragen könnte und ziemlich vorhersehbar verläuft. Alles in allem aber ordentlich in Szene gesetzt und an den Darstellern gibt es nichts auszusetzen.