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Die Evolution hat uns schon allerhand Streiche gespielt, doch laut Drehbuchautor und Regisseur Adam Simon scheissen genmanipulierte Hühner jetzt Dinosaurierbabies aus. Auch wir Menschen essen die manipulierten Eier mit dem grünen Schleim innendrin, so dass in den Körpern der Frauen ein großes Dinosaurierei heranwächst, welches in einer Wahnsinnsschnelle aus dem weiblichen Körper will. Doch vorher können noch zwei Raptoren entkommen und die Gegend unsicher machen.
Für den Unsinn, den uns Simon hier verzapft, ist selbst das Wort Trash noch zu mild. Das Motiv, die größenwahnsinnige Wissenschaftlerin Dr. Tiptree (Diane Ladd) will die Welt den Sauriern zurückgeben, weil wir Menschen ja eine verachtungswürdige Spezies sind. Dazu experimentiert sie zwei Jahre völlig unter Verschluss, Witz bei der Sache ihre Forschungen wurden von der Regierung genehmigt. Man hat nicht mal gefragt nach was sie forscht, sondern ihr natürlich einfach das Geld überlassen. Als Tarnung hält eine Hühnerfarm her. Und jetzt wundert man sich erst, als die Viecher ein paar Menschen gevespert haben. Ich bin mir wirklich nicht sicher ob Simon hier Herr seiner Sinne war, als er das Drehbuch verfasste, auf jeden Fall ergibt hier nichts einen Sinn, oder scheint real. Nebenbei darf sich der kettenrauchende und dauersaufende Doc (Raphael Sbarge) noch mit ein paar Umweltaktivisten herumschlagen und sich in die dazugehörige Trush (Jennifer Runyon) verknallen. Zwischenndurch wird das uninteressante Geschehen immer durch blutige Morde aufgefrischt. Unser Pappdino geht nicht zimperlich mit seinen Mahlzeiten um. Er reißt ihnen den Bauch auf, die Köpfe ab, auch Gliedmaßen werden in Nahaufnahme abgetrennt. Die Goreeffekte fallen gegenüber dem restlichen Film sehr hochwertig aus. Auch logisch, denn John Carl Buechler war hier am Werk. So fällt der Bodycount auch sehr hoch aus, meist werden gleich mehere Menschen auf einmal abgemetzelt. Nur was "Carnosaurus" zum echten Gespött macht, sind die absolut mies animierten Dinos. Einmal sind sie riesengroß, zwei Sekunden später wirken sie winzig klein. Manchmal scheint ein Stuntman in einem Saurierkostüm zu stecken, in der nächsten Sekunde ist es wieder ein Pappgerüst. So eine armselige Animierung habe ich schon lange nicht mehr gesehen, da hätte New Horizonts um Roger Corman etwas mehr Bares investieren sollen. Aber gerade weil der Film so schlecht war, zog er zwei Sequels nach sich.
Einen kleinen Unterhaltungswert und einen hohen (unfreiwilligen) Humoranteil kann man "Carnosaurus" jedoch nicht absprechen. Jedoch wirkt auch die Kulisse nie unheimlich, so dass sich nicht das kleinste Fünkchen an Spannung einschleichen kann. Die Darsteller schrammen knapp am Durchschnitt vorbei. Man wundert sich doch ein wenig, dass auch bekanntere Namen wie Diane Ladd, Clint Howard oder Harrison Page auftauchen.

"Carnosaurus" kommt wirklich aus der hinteren Trashecke zu uns gekrochen. Der Plot ist dermaßen hanebüchen, dass man sich sofort fragt welches kranke Hirn sich das ausgedacht haben mag. Die Dinos sind lächerlich in Szene gesetzt, immerhin dürfen sie dank Buechler sehr blutig zuschlagen und einen moderaten Bodycount anrichten. Man sollte schon ein hartgesottener Fan, um die 84 Minuten durchzustehen. Doch dank des unfreiwilligen Humors kann man sich ein wenig amüsieren und der Charme, den solch eine Schrottproduktion ausstrahlt, kommt ja auch noch hinzu.

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