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Die Exponate eines Museums erwachen erneut zum Leben und wüten noch ein wenig ausgelassener als im Erstling von 2006. Das bewährte Team um Regisseur Shawn Levy und Hauptdarsteller Ben Stiller weiß zwar mit reizenden, familientauglichen Ideen zu unterhalten, kommt aber trotz des ganzen Trubels recht inhaltsleer daher.

Allein Stiller könnte ein wenig lauter sein, da seine Figur recht oberflächlich angelegt ist und ihm eigentlich keine herausragenden Eigenschaften anhaften. Er war Museumswärter, stieg zum erfolgreichen Geschäftsmann auf und kümmert sich im folgenden Fall darum, dass die Schar um Pharaonenkönig Kahmunrah nicht gleich die Welt außerhalb eines Museums in Washington vernichtet.

Dem Helden zur Seite steht Amelia Earhart (Amy Adams), eine selbstbewusste Frauenrechtlerin, die den Atlantik als erste mit einem Flugzeug überquerte. Während das Museum Kopf steht, gilt es nicht nur den garstigen Napoleon, Ivan den Schrecklichen und Al Capone auszuweichen, sondern dem alten Ägypter die magische Goldtafel zu stibitzen.

Was sich aus richtig gelungenen Computeranimationen so alles zaubern lässt, wird in den gut 100 Minuten eindrucksvoll untermauert. Da stolziert ein übergroßer Abraham Lincoln als Skulptur durch den Saal, Wackel-Einsteins verziehen die Gesichter und sprechen wie Jean Pütz (sehen auch fast so aus), ein riesiger Krake muss besänftigt werden, das Team um Al Capone bleibt Schwarzweiß und ein Eichhörnchen dient einem Miniatur-Römer als Reitgefährt.
Ständig ist was los, es wird gehetzt, ausgewichen, geflogen, befreit, aber auch geknutscht.

Dazu orchestriert Alan Silvestri munter drauf los, die Kameras hasten fulminant durch die Museumsräume, nur die Goldtafel wirkt etwas blechern.
Wenn man sich dann, in den wenigen ruhigen Momenten, auf den eigentlichen Kern der Handlung besinnt, wird es für einen Augenblick tatsächlich ein wenig traurig, da weder Tiefsinn, noch Moral erkennbar sind, da es letztlich nur um die Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse geht, amerikanischer Patriotismus deutlich hervorsticht und zwischen den Zeilen einfach kein Platz für mehr scheint.

Insofern hat der Film rein gar nichts Neues zu erzählen, nur einige Ideen sind recht pfiffig, wie in das Leben einer berühmten Fotografie einzutauchen und diese ins Umfeld einzubeziehen. Demgegenüber leiden die meisten Figuren, da Stiller lediglich durch die Szenerien führt, Amy Adams zwar ein unheimlich natürlich sympathisches Bild abgibt, aber zu wenig im Mittelpunkt steht und alle anderen Erscheinungen oft nur Stichwortgeber für kleine Auflockerungen sind, von denen auch nicht immer alle zünden.

Ergo funktioniert der Streifen tatsächlich nur so einigermaßen, wenn Teil eins nicht mehr so präsent ist und die Konzentration voll auf die Effekte ausgerichtet ist.
Natürlich wird das kindliche Gemüt umso stärker angesprochen, je mehr fantasievolle Erscheinungen im Spiel sind und zumindest das ist den Machern so einigermaßen gelungen, um zur anspruchslosen Unterhaltung beizutragen.
Teil drei sollte sich zur Abwechslung besser außerhalb eines Museums abspielen, - nur da wird´s mit dem Titel etwas schwierig…
6 von 10

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