Review

Gesamtbesprechung

Der Yellowstone-Nationalpark liegt inmitten der Rocky Mountains und ist der älteste Nationalpark der Welt. Im Jahre 1872 unter Schutz gestellt und zeitweise sogar von der US-Armee vor zu vielen Besuchern und Wilderern beschützt, bietet dieser Landstrich einen einzigartigen Einblick in die Flora und Fauna der USA.

Der Park bietet nicht nur Lebensraum für die letzten Bison-Herden Nordamerikas, auch Grizzly-Bären, Wölfe, Wapiti-Hirsche und Biber u.v.a. sind hier anzutreffen. Dazu kommt auf einer Fläche von fast 9000 Quadrat-Kilometern nahezu unberührte Natur in Form von Nadelwäldern, heißen Quellen und Geysiren.

Entdeckt 1807 durch den Trapper John Colter wurde dem Gebiet wegen seiner Unzugänglichkeit anfangs kaum Bedeutung geschenkt. Im Laufe der Jahrzehnte änderte sich dies allerdings und führte knapp 100 Jahre später dazu, dass die einst abgeschiedene Wildnis sogar mit dem Auto erkundet werden konnte. Innerhalb weiterer 100 Jahre haben sich die Besucherzahlen von ca. 40.000 auf mehrere Millionen jährlich gesteigert und die Zivilisation mit all ihren negativen Auswirkungen rückt dem Park und seinen Bewohnern immer näher.

Angesichts unserer Gegenwart mit ihrer vergleichsweise schnellen, weitreichenden und vor allem in ihren Auswirkungen unabschätzbaren Veränderung ist die Zukunft eines solchen größtenteils naturbelassenen Fleckens Erde absehbar. Sollte auch bloß ein Mensch im Yellowstone nennenswerte Mengen an Bodenschätzen oder auch ein größeres Öl-Vorkommen vermuten, dann dürfte der Park die nächsten 100 Jahre kaum überstehen.

Möglicherweise gingen der BBC ähnliche Gedanken durch den Kopf und deshalb beschloss die renommierte britische TV-Anstalt ein Team zu entsenden um die einzigartige Schönheit des Yellowstone-Nationalparks mit der Kamera einzufangen. Ein ganzes Jahr lang filmte das Team was das Zeug hielt und heraus kam dabei diese 3-teilige Dokumentation.

Gegliedert in die Episoden „Feuer und Eis“, „Leben auf dem Vulkan“ und „Zeit des Wandels“ bekommt der Zuschauer hier einen Einblick über die speziellen und dem Wandel der Jahreszeiten unterworfenen klimatischen Veränderungen während des Jahres und den damit verbundenen Lebensumständen der verschiedenen Tiere im Park. Dabei sind den BBC-Filmern wirklich atemberaubende Aufnahmen von Landschaft und Tieren gelungen.

Ob zerklüftete Bergspitzen, sich durch den Schnee kämpfende Bisons, tosende Wasserfälle und reißende Flüsse oder nektarschlürfende Kolibris – die Serie ist wirklich ein Fest für die Augen. Nicht nur auf Grund der einzigartigen Schönheit dieser und vieler anderen Bilder, sondern auch auf Grund der hohen technischen Bildqualität sollte man sich diese BBC-Produktion nicht entgehen lassen.

Wenn es hier etwas zu bemängeln gibt, dann vielleicht die Tatsache, dass manche durch den Sprecher Otto Clemens in der dt. Fassung vorgetragenen Informationen teilweise in den anderen Episoden wiederholt werden, die Bildqualität nicht durchgängig hoch ist und sich ab und an etwas weichere, nicht so detaillierte Aufnahmen mit den qualitativ höheren abwechseln.

Inhaltlich wird auch auf die Bedrohung des Tierbestandes durch die näher rückende Zivilisation eingegangen. Allerdings wird hier weniger die Bedrohung des Parks an sich gezeigt, als vielmehr die Tatsache, dass die Büffel, Hirsche usw. während ihrer Wanderungen den Park verlassen und auf stark befahrene Straßen, Ölförderanlagen usw. treffen und den dort lauernden Gefahren schutzlos ausgeliefert sind.

Es gibt aber auch einige ganz wenige Aufnahmen innerhalb des Nationalparks, auf denen man anhand der sichtbaren Straßen und Aussichtsplattformen merkt, dass der Yellowstone-Park eben nicht mehr so unberührt ist wie einem der Großteil der hier gezeigten Bilder vorgaukeln mag.

Für den Yellowstone-Nationalpark gilt mit einigen Einschränkungen dasselbe wie für nahezu alle in Dokumentationen gezeigten Wunder der Natur – sie sind allesamt wunderschön und in ihrer Existenz bedroht. Als Zuschauer sollte man sich daher nicht nur an der Schönheit des gezeigten ergötzen, sondern auch den nächsten Schritt vollziehen und aktiv etwas zum Erhalt unserer Umwelt beizutragen!

Fazit: „Yellowstone“ ist eine weitere hochwertige und sehenswerte Natur-Doku aus dem Hause BBC, die sich nicht hinter „Planet Erde“ zu verstecken braucht (7,5 von 10 möglichen Punkten).

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