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Die Genreklassiker-Verwertungsmaschinerie der Nu-Image-Schmiede geht in die dritte Runde. Diesmal bediente man sich lose an SciFi-Klassikern wie„Alien“, presste die titelgebende Figur des Killerandroiden in die Story hinein und spulte die Handlung als typisches Survival-Szenario herunter: Die Besatzung der Comstat 5 stößt mit dem 25 Jahre zuvor verschwundenen Raumschiff „Siberia“ zusammen, dessen Besatzung offensichtlich von einem Androiden ausgelöscht wurde, der ursprünglich darauf programmiert war, die Mannschaft zu beschützen. Unnötig zu erwähnen, dass sich das Geschöpf noch immer in den verwinkelten Gängen des Schiffes aufhält und die Eindringlinge nach und nach dezimiert. Doch das ist nicht die einzige Bedrohung - auch in den eigenen Reihen droht die angespannte Lage zu eskalieren.

Jene Lage wird durch ein geradezu lächerlich überzeichnetes Besatzungsmitglied verursacht, der sich durch die Entdeckung einer wertvollen Fracht als reicher Mann wähnt und den Gewinn natürlich ohne Rücksicht auf Verluste alleine einstreichen will. So ergeben sich sehr vorhersehbare Verrat-Situationen, die aber hauptsächlich durch das unsinnige Verhalten der übrigen Protagonisten verursacht wird, die dem Mann sogar noch ihr Leben anvertrauen, nach dem dieser sie bereits mehrfach mit der Waffe bedroht hat. Auch sonst wirken viele Szenen, die Spannung erzeugen sollen, sehr erzwungen und damit unglaubwürdig; von den zahlreichen Ungereimtheiten im Drehbuch mal ganz abgesehen. Welchen Sinn hat es zum Beispiel, dass der Android seine äußere Form verändern kann? Diese und eine ganze Reihe weiterer Fragen bleibt hier freilich unbeantwortet. Einzig der gute Schnitt und die solide Kameraarbeit können über einige Passagen hinweg eine ansprechende düstere Atmosphäre erzeugen, die den insgesamt schludrigen Plot aber nicht übertünchen kann.

Die Darsteller machen ihre Sache allesamt recht souverän, sind aber durch die stereotypen Verhaltensweisen, die ihnen das schwache Skript auferlegt, gnadenlos benachteiligt. Auch der eigentliche Hauptdarsteller und rote Faden der „Shadowchaser“-Reihe, der Android, dargestellt von Frank Zagarino, kommt erst nach etwa einer Stunde richtig zum Zuge und auch dann nur in Szenen, die so kurz abgehandelt werden, dass seine im Vorspann angekündigte Präsenz hier fast als Cameo durchgeht. Es hätte dem Szenario vielleicht sogar gut getan, wenn man der anfangs noch unsichtbaren Bedrohung erst in den letzten fünf Minuten ein Gesicht gegeben hätte. So wirkt die Figur nur künstlich in eine gegebene Drehbuchvorlage hineingeschrieben, die ohnehin mehr auf die größtenteils ziemlich uninteressanten Konflikte der Besatzungsmitglieder untereinander fixiert ist.

Auch die dritte Auflage der „Shadowchaser“-Reihe bleibt dem Rip-Off-Konzept seiner Vorgänger treu und verwurstet diverse SF-Motive zu einem unausgegorenen Storybrei, der dank handwerklich sauberer Inszenierung zwischenzeitlich durchaus Atmosphäre erzeugen kann, sich aber durch profillose Charaktere, die sich bemüht, aber hilflos gegen den vorhersehbaren Plot stemmen, im unteren Drittel des B-Movie-Sumpfes wiederfindet.

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