Die Entführung der VALORAS. Valora ist eine hübsche junge Frau, die glaubt in Ridley endlich den Mann fürs Leben gefunden zu haben. Beim ersten Date erweisst er sich noch als gutaussehender, freundlicher und höflicher junger Mann. Doch dann kommt seine dunkle Seite zum Vorschein: Ridley ist ein eiskalter Psychopath. Er entführt Valora in eine Behausung in der Wüste. Dort stellt er Sie vor die Wahl bei ihm zu bleiben oder wie ein Tier gejagt zu werden! Als ihr klar wird, dass sie nichts mehr zu verlieren hat, dreht sie den Spieß um und schlägt zurück. Die Gejagte wird zur Jägerin und hat kein Erbarmen mit ihrem Opfer!
Zuerst sollte man wohl anmerken, das vorliegender Film lediglich vom Namen her noch etwas mit dem Vorgänger zu tun hat. Nun lässt die Inhaltsangabe eventuell die Erwartungen des Zuschauers etwas in die Höhe schnellen, denn hört sich die Geschichte doch recht interessant und spannend an. Wenn man dann allerdings die Umsetzung des Ganzen sieht, kann es durchaus zu einer leichten Enttäuschung kommen, denn wird man doch mit einem äusserst klischeebeladenen und auch ziemlich mit Logiklöchern durchsetzten Story-Plot konfrontiert. Von der Geschichte her ist "Naked Fear" wohl am ehesten an Filme "Broken - Keiner kann dich retten" oder Broken 2 - The Cellar Door" angelehnt, denn sind hier doch die gleichen Strukturen erkennbar. Ein psychophatisch veranlagter Serienmörder hält den gesamten Film über ein scheinbar wehrloses weibliches Opfer gefangen, das sich kurz vor dem Ende dazu entschließt, den Spieß umzudrehen und ihrerseits ihren Peiniger zu bestrafen.
Im Prinzip reicht das vollkommen für ein interessantes und kurzweiliges Film-Erlebnis aus, denn auch wenn diese Thematik längst nichts Neues mehr bietet, so haben doch solch gelagerte Szenarien immer ihren ganz besonderen Reiz. Und obwohl ich diese Art von Film sehr mag, konnte mich das Werk von Regisseur Jon Bonnell nur ansatzweise überzeugen, da doch zu viele offensichtliche Defizite vorhanden sind. Ein Pluspunkt ist sicher die schön dreckige Atmosphäre, die allein schon durch den ausgewählten Schauplatz des Geschehens fast zwangsläufig entsteht, spielt sich doch alles irgendwo im Nirgendwo ab, fernab jeder Zivilisation. Doch leider entfaltet sich nicht dieses Gefühl der Bedrohlichkeit, das man doch aus vielen ähnlich gelagerten Genre-Kollegen her kennt. Das mag wohl in erster Linie an der doch äusserst vorhersehbaren Story liegen, die keinerlei Überraschungsmomente, geschweige denn sonderliche Höhepunkte beinhaltet, ein weiterer Grund sind bestimmt die farblosen Charaktere, von denen lediglich James Ray in der Rolle des Psychphaten Ridley phasenweise zu überzeugen weiss. Er verkörpert seine Rolle stellenweise sehr authentisch, so das man ihm den Psychokiller durchaus abnimmt. Die anderen Darsteller hingegen bleiben äusserst blass und wirken jederzeit austauschbar.
Hinzu kommen auch die größtenteils nicht nachvollziehbaren Verhaltensweisen der einzelnen Personen, hier fällt insbesondere Kathleen Benner in der Opferrolle der Vanora negativ auf, was allerdings auch in fehlendem schauspielerischen Talent begründet sein kann, das hier an den tag gelegt wird. So kann es streckenweise sogar dazu kommen, das man mehr Symphatie für den Täter empfindet, da einem das Opfer teilweise sogar richtiggehend auf die Nerven geht. Meiner Meinung nach ist dies auch die größte Schwäche des Films, denn im Normalfall schlägt sich der Zuschauer eigentlich immer auf die Seite des Opfers, was in vorliegendem fall aber durchaus anders aussehen kann. Ein weiterer Kritikpunkt ist die mangelnde Spannung, denn zu keiner Zeit entwickelt sich ein echter Spannungsbogen, dafür wird man vielmehr mit jeder Menge eher sinnbefreiter Dialoge konfrontiert, die nicht gerade dazu beitragen, den gewonnenen Gesamteindruck zu verbessern.
Letztendlich handelt es sich um einen Genre-Beitrag, den man sich ruhig einmal anschauen kann, der aber im Endeffekt zu viele offensichtliche Defizite beinhaltet, um gänzlich zu überzeugen. Massenweise Logiklöcher, fehlende Spannung und eher unterdurchschnittlich talentierte Schauspieler sorgen dafür, das hier nicht das Feeling aufkommt, das man aus ähnlich gelagerten Filmen her kennt. Dennoch bin ich mir ziemlich sicher, das selbst dieser Film seine Fan-Gemeinde finden wird.
Fazit:
"Naked Fear 2" ist ein eher schwacher Versuch, der Menschenjagd-Thematik einen weiteren Beitrag zuzufügen, denn leider kann dieses Werk nur in ganz wenigen Passagen überzeugen. Qualitätsmäßig würde ich den Film höchstens im unteren Durchschnittsbereich ansiedeln, aber das ist lediglich meine ganz persönliche Meinung.
3/10