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Die vier Studenten Melody (Alkicia Lagano), Stacey (Tammin Sursok), Sanjay (Sunkrish Bala) und Brian (Nick Richey) reisen durch Missouri, um einen Studienbericht über Bräuche und Legenden zu verfassen. Ständig hören sie den Namen "Albino Farm", dies soll ein Zufluchtsort für missgebildete Menschen gewesen sein, der im 19. Jahrhundert gegründet wurde. Die Vier wollen der Legende auf den Grund gehen und wagen sich auf die unheimliche Farm, ohne zu wissen, dass die Bewohner keine Fremden dulden. Bald kämpfen die Studenten ums Überleben.

Es ist durchaus vorstellbar, dass "Albino Farm" auf einer wahren Begebenheit beruht, doch als Backwood Horror taugt er nur selten. Unsere vier Studenten haben das Wochenende frei bekommen, fahren nun durch die Pampa, um einen Bericht zu verfassen. Den Ersatzreifen hat man lieber daheim gelassen, damit auch die Kühlbox mit Bier ihren Platz findet. Desweiteren gibt es in der Gegend natürlich keinen Handyempfang. Bald hat man einen platten Reifen, schlägt die Warnungen eines religiösen und blinden Tankwarts in den Wind und landet nach einiger Zeit in einem seltsamen Dorf. Jeder würde sich dort unwohl fühlen, doch unsere Studenten lassen sich von ein paar Dorftrotteln sogar noch zwanzig Dollar abknöpfen, um zur "Albino Farm" zu kommen.

Bekommen wir im Auftakt noch mit, wie zwei Kinder auf der Albino Farm verschwinden, so sind die darauffolgenden vierzig Minuten sterbenslangweilig. Die Schauspieler agieren immerhin durchschnittlich, aber die vier Studenten sind dem Zuschauer völlig egal. Man wartet nur noch darauf, dass sie den Mutanten endlich zum Fraß vorgeworfen werden, zudem fällt es schwer einen Sympathiträger zu finden. Sind die unvorsichtigen Studenten endlich auf der Farm, ist der Zuschauer zwar schon im Halbschlaf, aber immerhin gelingt es den zwei Neulingen Joe Anderson und Sean McEwen ihre Kulisse sehr bedrohlich in Szene zu setzen. Die Albino Farm liegt sehr abgelegen, es hängen Menschenknochen an Bäumen und die Bewohner haben sich in Höhlen schon einen eigenen Folterkeller eingerichtet. Leider bleibt der Score sehr zurückhaltend.

Spannung kommt in einigen Sequenzen trotzdem auf, doch ein weiteres Manko wartet schon. Der Film ist dermaßen schlecht ausgeleuchtet, dass man oft gar nichts erkennen kann, ganz besonders hat es das Finale in der Höhle erwischt. Von den Mutanten sehen wir nicht sonderlich viel, die Masken sind passabel, wenn auch nur selten furchteinflößend. Auf Goreeinlagen müssen wir größtenteils verzichten, aufgrund der FSK 16 Freigabe sind nur wenige blutige Szenen vorhanden. Aber wenn ein Fleischerhaken durch die Lippe gedrückt wird, ist das schon recht drastisch anzuschauen. Bei den wenigen Zweikämpfen mit den Kreaturen ist nur wenig zu erkennen, dass sie Kannibalen sind, sehen wir auch nur in einer kurzen Szene. So ist die Hetzjagd über die Farm recht spannend inszeniert, wenn auch immer zu dunkel.
Die Studenten stellen sich dabei wieder dermaßen blöd an. Da hat man schon das erste Opfer zu beklagen, trotzdem schleicht man immer noch über die Farm und trennt sich auch noch. Dem Muster entsprechend ist bald nur noch eine Person übrig, die Pointe im Finale kann sich noch sehen lassen.

"Albino Farm" ist an sich eine nette Idee, die an einer schwachen Umsetzung krankt. Es dauert extrem lang, bis man zum Wesentlichen kommt, die Charaktere sind platt wie Flundern, der Score müsste aufdringlicher sein. In der zweiten Halbzeit punktet die Kulisse, die selten blutige Hetzjagd ist aber viel zu dunkel, hat aber ihre spannenden Momente. Bei der momentanen Massenproduktion in diesem Genre, geht "Albino Farm" völlig unter.

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