Regisseur Kevin Reynolds (Waterworld) ist mit der x-ten Filmadaption des 1846er Romans "Der Graf von Monte Cristo" von Alexandre Dumas ein spannendes sowie prunkvolles Abenteuervergnügen gelungen.
Frankreich im 19. Jahrhundert: Aus Eifersucht liefert Fernand Mondego (Guy Pearce) seinen besten Freund, den jungen Seemann Edmond Dantès (James Caviezel), an die Polizei aus und bezichtigt ihn des Hochverrates. Nach 13 Jahren Haft auf der berüchtigten Gefängnisinsel Chateau d'If gelingt dem unschuldig Verurteilten die Flucht. Dank eines Hinweises seines Zellengenossen und Mentors Abbé Faria (Richard Harris) findet Edmond auf der Insel Monte Cristo einen Schatz. Die unermesslichen Reichtümer verwendet er zu einem gnadenlosen Rachefeldzug gegen all jene, die ihm einst Unrecht zufügten...
James Caviezel (Der Schmale Grat) verkörpert die Hauptrolle recht gut, obwohl diese zuerst von Guy Pearce (L.A. Confidential) übernommen werden sollte. Dennoch schafft es Caviezel den Part sowohl emotional als auch physisch gut zu vermitteln. Guy Pearce hatte man auch nicht vergessen, weshalb er hier nun als Caviezels Gegenpart zu sehen ist, was er mit seinen schleimigarroganten Auftritten auch ordentlich macht. Die Nebenrollen sind mit Richard Harris (Gladiator), James Frain (Wild Christmas), Luis Guzmán (Der Knochenjäger), Dagmara Dominczyk (They) und schließlich Michael Wincott (The Crow) ebenfalls überzeugend besetzt worden.
Mit groß angelegten Abenteuerstreifen kennt sich Kevin Reynolds bestens aus, was "Waterworld" und "Robin Hood - König der Diebe" bezeugen können. Auch wenn er hier nicht erneut mit seinem einstigen Spezi Kevin Costner zusammenarbeitet, hat er für "Monte Cristo" die passenden Darsteller und Drehorte gefunden. Somit können solche Sequenzen, wie die auf Chateau d'If, der Insel Monte Cristo, auf See und in Marseille die richtige Abenteueratmosphäre wiederspiegeln, was den Streifen nicht zu einem weiteren einfach dahingeschluderten 08/15-Historienabenteuerfilmchen werden lässt. Auch in Sachen Musikuntermalung, Optik, Kostüme und Action hat Reynolds nahezu alles richtig gemacht. So bekommt man prunkvolle Adelsgebäude sowie temporeich inszenierte Fechtduelle zu sehen. Hier hat mir vor allem das finale Duell zwischen Mondego und Dantès gefallen. Die Dramatik kommt auch nicht zu kurz, obwohl es zum Ende hin etwas mehr sein könnte statt dem einfachen Happy-End, was man serviert bekommt. Mit der Romanvorlage selber kenne ich mich nicht aus, weshalb ich auch nicht beurteilen kann, ob dort die Geschichte anders ausgeht oder genauso wie in dieser Neuverfilmung. Spannung weiß Reynolds auch mit Dantès Aufenthalt auf der Gefängnisinsel und seinem Rachefeldzug zu erzeugen, weshalb "Monte Cristo" auch stets die Spannung beibehalten kann.
Alles in allem macht das "Monte Cristo" zu einem tollen Abenteuerstreifen, der ruhig noch etwas länger hätte gehen können. Doch auch so kann "Monte Cristo" bestens unterhalten, sollte man auf dieses Genre stehen.